Kein Krieg um Talente, sondern ein Krieg gegen Altersdiskriminierung?

Von Margaret FernsLex Kleren Für Originaltext auf Englisch umschalten

Könnte ein Umdenken die Einstellungsprobleme Luxemburgs lösen? Warum sollte man nicht auf die bereits hier lebenden Kandidat*innen zurückgreifen, anstatt sich im Ausland umzusehen? Talentierte Menschen ab 45 Jahren, die einen großen Erfahrungsschatz in ein Unternehmen einbringen können. Sollten die luxemburgischen Arbeitgeber*innen, statt den Kampf um Talente aufzunehmen, nicht eher den wahren Feind bekämpfen – die Altersdiskriminierung?

Die Arbeitgeber*innen behaupten, dass es keine Diskriminierung älterer Arbeitnehmer*innen gibt, da sich die Unternehmen angesichts des Mangels an qualifizierten und ungelernten Bewerber*innen diesen Luxus nicht leisten können. Personalvermittler*innen wissen, dass es ein Problem gibt, und über 45- bis 50-jährige Arbeitssuchende berichten, dass sie keine Arbeit finden.

Alle sind sich einig, dass ältere Arbeitnehmer*innen viel an Arbeits- und Lebenserfahrung zu bieten haben und dass sie mit einer entsprechenden Ausbildung den Anforderungen der neuen Aufgaben auf dem Markt gerecht werden könnten. Dennoch scheinen sie von luxemburgischen Unternehmen nicht eingestellt zu werden. Liegt es einfach daran, dass ältere Arbeitnehmer*innen höhere Gehälter verlangen? Liegt es an der kurzfristigen Haushaltsführung?

In einem kürzlich geführten Interview für das Lëtzebuerger Journal äußerte sich Fabrice Poncé von Action Interim wie folgt zum Thema Personalbeschaffung: „Wir müssen uns mit dem Bewerberpool befassen, den wir haben, und nicht mit den Bewerbern, die wir gerne hätten. Wir müssen die Menschen umschulen und unsere Einstellung zur Beschäftigung älterer Arbeitnehmer völlig ändern … aber das wird von den Arbeitgebern noch nicht akzeptiert.“

Die Zahlen sprechen für sich

Die jüngsten Zahlen der Adem (die luxemburgische Arbeitsagentur) bestätigen Poncés Ausführungen. Ein erster Blick zeigt einen positiven und lebhaften Arbeitsmarkt. Ende März 2022 waren 11.991 offene Stellen bei der Adem verzeichnet, und die Zahl der neuen Stellenangebote ist in den letzten zwölf Monaten um 46,3 Prozent gestiegen. Auch die Arbeitslosenquote ist auf 4,7 Prozent gesunken und damit so niedrig wie seit 2008 nicht mehr.

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