Kabel-Krimi: Auf den Spuren fehlgestöpselter Telefondrähte

Von Laura TomassiniLex Kleren

Wenn das Wifi schwächelt oder der Fernseh-Decoder ausfällt, dann ist er zur Stelle: Michel Tralcio ist „dépanneur“ und kommt immer dann, wenn irgendetwas klemmt. Der Kayler mit den italienischen Wurzeln liebt die Technik und das Leben, denn trotz Corona-Kahlkopf steht ihm sein Humor direkt ins Gesicht geschrieben.

15 Jahre, so lange arbeitet Michel Tralcio bereits als „dépanneur“ bei der Post. Der Techniker behebt Pannen, seine Arbeit beschreibt der 40-Jährige wie eine Detektivarbeit: „Man muss herausfinden, welches Kabel falsch angeschlossen ist, warum in einem Raum schlechter Wifi-Empfang herrscht oder wo der Fehler genau liegt. Jeder Kunde, jedes Haus ist anders, so dass der Job viel Abwechslung bietet und es einem nie langweilig wird.“ Pannenbeheber wollte Michel eigentlich nie werden, denn für ihn sollte es nach Abschluss seiner Berufslehre in Richtung Informatik gehen. „Ich habe einen CATP („certificat d'aptitude technique et professionnelle“) in der Kommunikation. Techniker bei der Post sollte zwar anfangs nicht mein Traumjob sein, im Endeffekt fühle ich mich hier aber ganz wohl“, so der 40-Jährige.

Die Konstante: Wechsel

Reparaturen an Leitungen, Optimierung des Netzes, Fehlersuche bei Störungen des Fernsehers, Telefons und an Alarmsystemen – die Aktivitäten, die Michels Arbeitstag diktieren, sind seit jeher dieselben. Die Technik dahinter hat sich seit seiner Einstellung 2006 aber massiv weiterentwickelt: „Es hat sich vieles geändert. Zunächst gab es DSL, wobei damals schon von Glasfaser die Rede war, was jedoch zu der Zeit noch mit zu hohen Kosten verbunden war. Heute hingegen sind wir in Luxemburg auf dem letzten Stand.“ Michel erinnert sich etwas nostalgisch an die Zeit, als Papier und Stift noch den Alltag dominierten. „Als ich anfing, wurden die Arbeitsbögen noch per Hand ausgestellt, eine Kopie an den Kunden übergeben und anschließend in der Zentrale angerufen, um Bescheid zu geben, dass der Auftrag nun erledigt ist und man zum nächsten Termin fährt.“

Pro Kund*in wurden zwei bis drei DinA4-Blätter „recto verso“ mit den Angaben des Anschlusses ausgedruckt – wenn jemand nicht Zuhause war, wurden die Zettel geschreddert. „Das waren noch schöne Zeiten, aber es ist auch viel Papier draufgegangen“, meint Michel. Zu rund 20 Mann ging es damals vom Sitz auf der Cloche d’Or aus auf die Piste, heute beschränkt sich die Arbeitszone des Technikers eher auf den Süden. Mit der Zeit kam auch die Technik, für die sich der 40-Jährige mit italienischen Wurzeln auch heute noch begeistert: „Irgendwann mussten wir elektronische Formulare mit einem Bluetooth-Stift ausfüllen, das hielt aber nicht lange an. Jetzt arbeiten wir alle mit einem iPad, das klappt seit ungefähr sieben Jahren wirklich gut, auch wenn es anfangs schwierig war, ‚paperless‘ zu fahren. Man braucht halt seine Zeit, bis man sich an neue Dinge gewöhnt.“

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