"Ich kann in kein Kleidergeschäft mehr gehen": Aktiv Frae gegen Fast Fashion

Von Misch Pautsch

Fast Fashion macht Kleidung zur Wegwerfware. In Mersch halten rund 30 Freiwillige der Aktiv Frae Miersch seit 21 Jahren dagegen: Ihr Secondhand-Markt hat diesmal 90.000 Euro eingebracht und spendet die Gewinne für gute Zwecke – bräuchte jedoch mehr Platz.

Die Hal Irbecht in Beringen platzt wieder einmal aus allen Nähten. Über zwei Wochen sortieren, falten und beschriften die rund 30 freiwilligen "Aktiv Frae Miersch" hier Kleider, Schuhe und Spielzeug. Die Zeit läuft. Bis die Türen in einer Woche aufgehen, soll aus dem Klamottenhaufen einer der größten Secondhandmärkte des Landes werden. Doch im Moment scheint es nicht weniger zu werden: Am Zelt vor der Eingangstür – eine nötige Erweiterung – laden Spendierfreudige im Minutentakt neue Kleiderbündel aus. Kurz werden ratlose Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, wo denn das ganze Zeug hin soll, bevor doch noch irgendwo Platz gefunden wird.

"Manche Leute bringen alle sechs Monate mehrere Kisten", beobachtet Sylvie Hames, Präsidentin des Vereines. "Einige sammeln sicherlich auch bei Bekannten, aber andere scheinen einfach sehr viele Klamotten zu haben. Das liegt auch an den Geschäften… jede Woche gibt es eine neue Kollektion, jede Woche gehen die Leute bummeln und jede Woche geht das eine oder andere Stück mit."

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