"Ich habe so viel Kunst im Kopf, dass ich nicht weiß, wohin damit"

Von Pascal Steinwachs, Lex Kleren

Mel Thomé passt in keine Schublade. Sie ist Tattoo-Model, T-Shirt-Designerin, Kinderbuchmacherin, Social-Media-Persönlichkeit, zweifache Mutter und, wie sie selbst sagt, ein Neo-Hippie. Ein Porträt über eine Frau, die nicht wartet, bis ihr jemand eine Rolle gibt.

Wer Mel Thomé zum ersten Mal begegnet, sieht wahrscheinlich zuerst ihre Tattoos. Sie selbst sieht darin mehr als Körperschmuck. "Es ist ein bisschen von allem", sagt sie, als wir sie fragen, ob ihre Tätowierungen denn Kunst, Erinnerungen oder eine visuelle Autobiografie sind.

Mit den Tattoos angefangen hat sie mit 18 Jahren. Heute erzählt ihr Körper eine Geschichte, die sich über viele Jahre hinweg entwickelt hat. Sonnenblumen gehören dazu, ihre Lieblingsblumen. Es gibt auch einen ganzen Manga-inspirierten Arm, und ihre Liebe zu den Filmen des japanischen Zeichentrickfilmstudios Ghibli findet sich ebenfalls auf ihrer Haut wieder: die Prinzessin, Calcifer, die Waldgeister. "Alles von Ghibli habe ich unglaublich gern", sagt sie. Die Motive seien letztlich alles Dinge, die sie selbst widerspiegelten.

Und dann gibt es da noch ein Schnecken-Tattoo. Das ist weniger poetisch, aber vielleicht noch persönlicher. "Ich bin manchmal extrem langsam. Wenn ich allerdings richtig aufgedreht bin, dann bin ich das Gegenteil. Dann bin ich der Hase".

Die erste Tätowierung war übrigens ein Donald Duck. Der ist inzwischen verschwunden. Überhaupt würde sie manches heute anders machen. "Ich habe Tattoos, die so schön sind, und ich sehe sie nie. Ich hätte diese Tattoos lieber an einer Stelle, an der ich sie selbst sehen würde."

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