Humor hilft

Von Pascal SteinwachsLex Kleren

Laurent Zeimet hatte eigentlich bereits mit der Nationalpolitik abgeschlossen. Nun führt der 51-Jährige seit Ende des letzten Jahres die CSV-Fraktion Richtung nächste Parlamentswahl. Ein Gespräch über Diven im Krabbenkorb, Zeimets Sicht auf Opposition und Gewerkschaften, den sozialen Flügel seiner Partei und Winnetou.

Laurent Zeimet hat seinen Job als neuer Fraktionsvorsitzender der CSV zwar nun schon seit einigen Monaten inne, doch zumindest was die Einrichtung seines mehr als großzügigen Chefbüros anbelangt, scheint er immer noch nicht richtig angekommen zu sein. Einige großformatige Bilder stehen weiterhin auf dem Boden, darunter ein Porträt von Marion Gräfin Dönhoff, der legendären Porsche-Fahrerin und ehemaligen Zeit-Mitherausgeberin. Zur geistigen Auffrischung liegen neben einer Unmenge von Zeitungen und Büchern auch Bananen und Schokoriegel parat.

Lëtzebuerger Journal: Sie sind ja nicht nur Politiker, sondern auch Jurist und Journalist, der früher unter anderem für seine satirischen, an unseren Opgepikt angelehnte Wochenrückblicke bekannt war. Deshalb unsere etwas ungewöhnliche Einstiegsfrage: Was würden Sie den neuen CSV-Fraktionschef als Erstes fragen, wenn Sie selbst noch Journalist wären?

Laurent Zeimet: Warum tut man sich so einen Job an?

Das haben wir uns schon immer gefragt …

Im Ernst: Ich bin inzwischen 51 Jahre alt und bin zur Überzeugung gekommen, dass dies für mich ein guter Moment war, um aus meiner Komfortzone rauszukommen. Ich war 14 Jahre lang Bürgermeister, und kannte alle Abläufe, so dass es an der Zeit für eine neue Herausforderung war.

Als Politiker sind Sie leider nicht mehr so unterhaltsam wie als Glossenschreiber? Verliert man in der Politik seinen Humor?

Nein, ich hoffe nicht. In der Politik braucht man auch Humor, und sei es nur für eine Replik in der Chamber. Man kann aber natürlich nicht mehr ganz so frei sprechen wie ein Journalist …

Dass Sie jetzt Fraktionschef und wieder "back on track" sind, hätten Sie vor einiger Zeit ja wohl selbst nicht gedacht, nachdem Sie 2018 nicht in die Abgeordnetenkammer wiedergewählt wurden, obwohl Sie seinerzeit sogar Bettemburger Bürgermeister und CSV-Generalsekretär waren. Nun sind Sie zurück. Wer zuletzt lacht, wird Fraktionschef?

Das kann man so sagen. Ich hätte ja nicht einmal gedacht, dass ich überhaupt noch einmal bei den Parlamentswahlen dabei wäre, aber Claude Wiseler (der damalige Co-Parteipräsident) konnte mich überzeugen, mich noch einmal aufzustellen …

… so wie er Luc Frieden ja auch überzeugen konnte, zurückzukommen und sich als Spitzenkandidat aufstellen zu lassen …

Ich war ja zu der Zeit im Staatsrat, wo es mir gut gefallen hat. Dass ich in die aktive Nationalpolitik zurückkommen würde, das hätte ich wirklich nicht gedacht.

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