Nik Bohnenberger hat früh gelernt, Musik nicht nur zu spielen, sondern neu zu denken. Was als klassische Ausbildung beginnt, entwickelt sich schnell zu einer experimentellen Reise durch Klang, Geräusch und Elektronik. Seine Werke fordern heraus – und laden zugleich zum Entdecken ein.
Der Weg in die Welt der zeitgenössischen Musik beginnt selten in einer Dorfharmonie. Bei Nik Bohnenberger allerdings schon. Der 1994 geborene Komponist ist nämlich in Bech bei Echternach aufgewachsen – allerdings in einer Umgebung, in der Musik zum Alltag gehört.
"Ich komme aus einer richtigen Musikantenfamilie", verrät uns Bohnenberger, als wir ihn an einem verregneten Vormittag in der Philharmonie treffen. "Bei uns spielt eigentlich jeder irgendein Blasinstrument in der Dorfmusik – Eltern, Onkel, Geschwister." Die Harmonie Bech-Berbourg wird für ihn früh zu einer Art musikalischem Zuhause. Mit fünf Jahren beginnt er, Horn zu spielen, später kommt Klavier dazu, und bald ist er regelmäßig bei Proben und Auftritten der lokalen Harmonie dabei. Irgendwann reicht ihm das nicht mehr, und er spielt zusätzlich auch in der Echternacher Harmonie sowie in der Musikkapelle seines Lyzeums.
Besonders die Echternacher Springprozession hat sich ihm eingeprägt. "Eine Zeit lang habe ich hier tatsächlich drei Touren gespielt. Mit allen drei Kapellen hintereinander. Am Ende waren die Beine megamüde und die Lippen kaputt, aber dann ging es auf den Patt", erzählt er und lacht.
Nik Bohnenberger denkt gerne an diese Zeit zurück. "Das, was in einer Harmonie gespielt wird, das ist ja keine Marschmusik, sondern richtig schöne, filmartige Musik. Diese Musik wird natürlich immer auch von jemandem komponiert, so dass ich wissen wollte, wie das eigentlich funktioniert."
Die Antwort findet er im Solfège-Unterricht. Dort entdeckt er im Alter von elf, zwölf Jahren ein Computerprogramm, mit dem man Noten schreiben kann. Für ihn ist das ein Schlüsselmoment. "Ich fand das unglaublich spannend, und dann habe ich abends zu Hause angefangen, einfach Noten einzutippen."
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