Ermittlungen an den Grenzen des Denkbaren

Von Misch Pautsch

Es gibt viele Berufe, die niemand machen will, aber irgendjemand machen muss. Weit oben auf dieser Liste steht wohl auch das Untersuchen von Fotos und Videos, auf denen Kindesmissbrauchsmaterial zu sehen ist. Ein Gespräch mit der CSAM-Abteilung der Kriminalpolizei.

Ihr Arbeitsplatz könnte nicht normaler aussehen: Ein abgeschirmter Bereich ohne Tür, vier aufgeräumte Schreibtische mit je drei Bildschirmen, einige sortierte Harddisks, CDs … bloß die Familienfotos fehlen. Doch das Material, das hier untersucht wird, ist alles andere als normal: Hier sitzt die Abteilung für Child sexual abuse material (CSAM) der Kriminalpolizei. Zu den Aufgaben des siebenköpfigen Teams – vier Ermittler*innen und drei zivile Analyst*innen – gehört das Auswerten von Fotos und Videos, die in einer besseren Welt nicht existieren würden. Doch es gibt sie… und um die Personen hinter ihnen zur Rechenschaft zu ziehen, müssen sie ausgewertet werden. Und auswerten bedeutet in einem ersten Schritt vor allem: anschauen.

"Wir bekommen wöchentlich neue Meldungen", sagt Sven Schwaller, Chef der CSAM-Abteilung. Diese können von Individuen kommen, aus Schulen, von der Staatsanwaltschaft, von Europol, oder anderen internationalen Organisationen. Jede der Meldungen hat einen Bezug zu Luxemburg. 107 neue Ermittlungen wegen CSAM wurden allein 2024 eröffnet, im Vorjahr waren es noch 86.

Mike ist einer der zivilen Analysten in der Abteilung. Eingestellt wurde er wegen seiner IT-Erfahrung, doch Details hat er erst im Jobinterview erfahren. Abgeschreckt hat ihn das nicht: "Da ich aber schon immer zur Polizei wollte, habe ich die Stelle angenommen. Ich bin jetzt seit fünf Jahren hier. Die Arbeit ist noch immer unglaublich spannend." Neben ihm sitzt Steve, der dem Team als Ermittler beigeordnet ist. Auch er wusste nicht, ob die Abteilung für ihn das Richtige sei: "Keiner von uns wusste am Anfang, ob er damit klarkommt. Das weiß man erst, wenn man es mal gemacht hat." [Auf Portraits und ihre Nachnahmen wurden aus ermittlungstechnischen Gründen verzichtet, d.Red.] Heute ist die Möglichkeit ein internes Praktikum in der Abteilung für Jugendschutz zu machen eine Option für alle angehenden Polizeibeamten.

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