Ein Prosit der Abstinenz

Von Laura TomassiniLex Kleren

„E Gudden hëppen“, ein „Patt“ nach dem Fußballspiel, der Fiederwäissen zur Herbstsaison, all dies gehört zur Luxemburger Kultur dazu, wie der Kachkéis auf der „Schmier“. Es gibt jedoch auch die Verneiner*innen des berauschenden Getränkes. Jene, die auf Partys lieber zum Softdrink greifen und im Großherzogtum bestaunt werden, als kämen sie aus einer anderen Welt.

Es ist kaum verwunderlich, dass Nicht-Trinker*innen in Luxemburg eher zur Gattung der Raritäten gehören, als zur gängigen Norm, ziehen sich durch den Event-Kalender des Landes doch Highlights wie das alljährliche Picadilly, das Grevenmacher Trauben- und Weinfest oder die zahlreichen Freibiere der Gymnasiast*innen, wie ein feuchtfröhlicher roter Faden. „Eigentlich ist es doch ein Paradox, denn Alkohol ist eine Droge, die viel Schaden anrichtet und nur als ok gilt, weil sie zur Tradition gehört“, meint Nora Schleich. Die 34-Jährige trinkt seit ihrem 18. Lebensjahr keine alkoholischen Getränke mehr, denn nach einer durchzechten Silvesternacht nahm sich die damalige Schülerin vor, nie mehr unter den Nachwehen des Betrunkenseins leiden zu müssen. „Ich hatte damals zu viel durcheinandergetrunken. Es war kein Komasaufen oder so, aber mir war danach so schlecht, dass ich das einfach nicht mehr haben wollte.“ In ihrer damaligen Clique galt es als normal, beim Feiern ordentlich zu bechern und anschließend auch noch Auto zu fahren – es war halt cool, einen „béisen Owend“ miteinander zu verbringen.

„Man hat das einfach nie wirklich reflektiert und Unfälle durch Alkohol am Steuer wurden hierzulande als Kavaliersdelikte abgetan, aber als ich später etwas Recherche zum Thema betrieben habe, wurde Gesundheitsprävention plötzlich interessant und ich war geschockt von den Effekten und Langzeitfolgen, die Alkoholkonsum haben kann“, so Nora. Auch die Alkoholsucht der Mutter eines guten Freundes schreckte die junge Luxemburgerin ab, die davor eh nur die wirklich zuckerhaltigen Getränke mochte und mehr aus Geselligkeit mittrank, als aus wahrem Genuss. „Ich finde die Konzeption, dass man sich mit Alkohol etwas gönnt, relativ fragwürdig. Es ist nämlich keine Belohnung, sondern eigentlich nur Gift für den Körper.“

Du willst mehr? Hol dir den Zugang.

  • Jahresabo

    168,00 €
    /Jahr
  • Monatsabo

    15,50 €
    /Monat
  • Zukunftsabo für Abonnent*innen im Alter von unter 26 Jahren

    90,00 €
    /Jahr

Du hast bereits ein Konto?

Einloggen
Jetzt den Newsletter abonnieren und nichts mehr verpassen. 

Um die Anmeldung abzuschließen, klicke auf den Link in der E-Mail, die wir dir gerade geschickt haben. Überprüfe im Zweifelsfall auch deinen Spam- oder Junk-Ordner. Es kann einige Minuten dauern, bis dein Journal-Profil aktualisiert ist.

Da ist was schief gelaufen bei deiner Anmeldung für den Newsletter. Bitte kontaktiere uns über abo@journal.lu.

Weiter

D’hënnescht Dier um Handy