Ein klein bisschen weiter links von der Mitte

Von Pascal SteinwachsLex Kleren

Mit Lisa Kersch und Amir Vesali treten die „Jonk Sozialisten“ seit kurzem mit einer Doppelspitze auf. Damit haben sie ihrer Mutterpartei etwas voraus.

Gewählt wurde die neue Doppelspitze der JSL Ende März auf einem digitalen Kongress mit 88 Prozent der Stimmen. Amir Vesali (24), Jurastudent und Co-Geschäftsführer eines Familienbetriebs, war zuvor schon Generalsekretär der Jusos, ein Posten, der jetzt Elisha Winckel innehat. Lisa Kersch (26), Mitarbeiterin im Büro des LSAP-Europaabgeordneten Marc Angel, dürfte ihrerseits vor allem als ehemalige Co-Spitzenkandidatin der LSAP bei den Europawahlen (zusammen mit Nicolas Schmit) bekannt sein.

Das Gespräch fand am Freitag letzter Woche in den Räumlichkeiten der LSAP-Fraktion statt.

Lëtzebuerger Journal: Frau Kersch, Ihr Vater ist Vizepremier und der aktuell wohl mächtigste Sozialist. Sie sind neue Co-Präsidentin der Jusos. Sagt Ihnen Ihr Vater da nicht manchmal, was Sie sagen sollen?

Lisa Kersch: (lacht) Wahrscheinlich würde er dies gerne tun, genauso wie ich ihm manchmal gerne sagen würde, was er sagen soll. Wir halten uns da aber zurück.

Wie oft streiten Sie mit Ihrem Vater, der ja, vorsichtig ausgedrückt, als streitbarer Charakter gilt?

LK: Oft, wobei sich hier jedoch die Frage stellt, ob das an seinem oder an meinem Charakter liegt. Jeder dürfte aber mal Streit mit seinen Eltern haben.

Und wie oft streiten Sie, und damit meine ich Sie beide beziehungsweise die Jusos, mit der LSAP?

Amir Vesali: In letzter Zeit nicht mehr so oft. Die Grundstimmung ist eher positiv, was aber auch an den neuen Mitgliedern bei uns sowie an den neuen Mitarbeitern und Mandatsträgern bei der LSAP liegen könnte.

Von wie vielen Mitgliedern reden wir?

AV: Im Nationalbüro aktiv sind rund 20 Leute, derweil wir insgesamt so um die 200 Mitglieder haben dürften.

Fühlen Sie sich von der Mutterpartei ernst genommen?

LK: Meistens.

AV: Es ist besser geworden.

Das heißt, Sie wurden zuvor nicht ernst genommen, und als früherer Generalsekretär müssten Sie ja eigentlich wissen, von was Sie reden?

AV: Es geht hier nicht darum, die LSAP schlechtzumachen, um sich solcherart zu profilieren, sondern es geht uns um die Sache, um Strukturen, die verbessert werden müssten.

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