An den Erfolg glauben

Von Pascal SteinwachsLex Kleren

Sich selbst bezeichnet Elisabeth Margue als „relativ pragmatisch und kompromissbereit“ – Eigenschaften, die die zukünftige Co-Präsidentin der CSV im neuen Führungsteam gut gebrauchen kann. So gilt es, die arg gebeutelte Partei für das Superwahljahr 2023 fit machen.

Dass die 31-jährige Juristin, die in Paris und London studierte, keine Herausforderungen scheut, hat sie bereits in der Vergangenheit bewiesen, als sie im Februar 2016 als erste Frau überhaupt den Vorsitz der CSJ übernahm - ein Amt, das sie bis Dezember 2018 innehatte. Nun soll sie, wenn ein außerordentlicher Kongress im Herbst die Statutenreform zur Einführung von Doppelspitzen gutheißt, Co-Präsidentin der CSV werden – zusammen mit Claude Wiseler und als Mitglied eines neuen Führungsteams.

Margue, die aus einer Familie stammt, aus der bereits eine ganze Reihe von Politikern hervorgegangen sind und die bereits seit 2007 Mitglied der CSV ist, war bis jetzt, das heißt seit Januar 2019 eine der beiden Vizepräsidentinnen der CSV und ist seit Dezember 2017 Mitglied des hauptstädtischen Gemeinderats. Auf der Zentrumsliste der CSV bekam Elisabeth Margue bei den Parlamentswahlen von 2018 nur 82 Stimmen weniger als Paul Galles, der damit den Einzug in die Abgeordnetenkammer schaffte. Um in das Hohe Haus nachzurücken und auf nationaler Ebene sichtbarer zu werden, müsste indes eine Zentrumsabgeordnete oder ein Zentrumsabgeordneter Platz machen.

Das Gespräch wurde am vergangenen Dienstag in den Räumlichkeiten der Partei geführt - im gleichen Raum, in dem wir im Januar mit dem damaligen CSV-Präsidenten Frank Engel sprachen.

Lëtzebuerger Journal: Im Vergleich zu Claude Wiseler sind Sie ein politisches Leichtgewicht. Wie wollen Sie gegen einen solchen alten Polithasen bestehen? Sieht man sich die Interviews der vergangenen Tage und Wochen an, so wollten alle wieder nur mit Wiseler reden.

Elisabeth Margue: Wir sind zwei verschiedene Charaktere, die sich ergänzen, und das ist auch gut so. Es geht hier nicht darum, gegen einen anderen zu bestehen, sondern es darum, zusammenzuarbeiten.

Das glaube ich gern, aber warum will dann jeder nur mit Claude Wiseler sprechen?

Offiziell bin ich ja noch nicht gewählt, und offiziell habe ich infolgedessen noch kein Mandat.

Den Posten der Generalsekretärin haben Sie im vergangenen September noch abgelehnt. Warum haben Sie jetzt auf einmal doch Lust, Verantwortung zu übernehmen?

Weil ich bei der neuen Konstellation der Parteispitze an einen Erfolg glaube. In den vergangenen Monaten befanden wir uns in einer Situation, wo wir als Partei alles andere als gut funktioniert haben, so dass ich mich nicht bemüßigt fühlte, mehr Verantwortung zu übernehmen. Die sechs Wochen als Interimspräsidentin haben mir darüber hinaus Lust gemacht, Verantwortung zu übernehmen.

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