Das Problem mit der Wegwerfmode

Von Sarah RaparoliLex KlerenGilles Kayser

Wenn sich Fast-Fashion-Unternehmen schwer damit tun, umweltbewusst(er) zu agieren, muss es andere Wege geben, wie die Modeindustrie nachhaltiger sein kann. Das Journal sprach mit diversen Ansprechpartner*innen über entsprechende Möglichkeiten.

Sind Fast Fashion und Nachhaltigkeit überhaupt kompatibel? Eine kurze Pause ist vom Gegenüber, das per Videocall zugeschaltet ist, zu vernehmen. Es ist eine Frage, die so einfach nicht zu beantworten scheint. „Ich bezeichne mich selbst als Optimistin, aber bei diesem Thema ist es nicht ganz so einfach“, erklärt Liz Breuer im Gespräch mit dem Lëtzebuerger Journal. Bei der 26-Jährigen ist es 11 Uhr, in Luxemburg 17 Uhr. Die junge Frau lebt seit über sechs Jahren in New York, eine der hippsten und modischsten Metropolen seit jeher. Ein Blick auf ihre Instagram-Seite genügt, um zu erkennen, dass Liz Mode liebt. Für die Jungunternehmerin mit eigener Marketingagentur (New Normal Bureau) hat diese Mode jedoch ihren Preis – weil es nachhaltige Kleidung nicht zum Nulltarif gibt.

Nach ihrer ersten Aussage wird Liz konkreter: „Ich bin der Meinung, dass das Fast-Fashion-Business-Modell nicht dazu geeignet ist, nachhaltig zu sein. Früher gab es zwei bis vier Kollektionen pro Jahr, für jede Jahreszeit eine, vielleicht noch eine bis zwei dazwischen, aber das war’s. Mittlerweile ist alle zwei Wochen neue Kleidung in den Läden zu finden.“ Und sie hat Recht: Seit dem Jahr 2000 hat sich der Verkauf von neuer Kleidung verdoppelt.

Liz hat am Fashion Institute of Technology (FIT) studiert, unzählige Praktika absolviert – sah mit eigenen Augen, wie die Modeindustrie hinter den Kulissen funktioniert – und 2019 ihren Abschluss in internationalem Handel und Marketing mit den Nebenfächern Mathematik, Wirtschaft und Nachhaltigkeit erhalten. In diesen Jahren hat sie gelernt, welche Konsequenzen das Geschäftsmodell von Fast Fashion mit sich bringt. „Ich bin ganz ehrlich – früher habe ich so viel von Zara gekauft, dass ich die Kleidungsstücke bei anderen Personen sofort wiedererkannt habe.“ Heute vertritt sie einen anderen Standpunkt: „Diese Masse an produzierten Kleidern – das kann von Grund auf nicht nachhaltig sein“. Doch sind es nicht wir, die Kund*innen, die stets neue Kleidung verlangen? Nein“, entgegnet Liz ohne zu zögern.

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