"Das Image des Finanzplatzes ist im Inland manchmal negativer als im Ausland"
Von Camille Frati, Lex Kleren Für Originaltext auf Französisch umschalten
Von Lateinamerika über Europa und den Nahen Osten bis hin nach Vietnam – seit fast zwei Jahrzehnten ist Luxembourg for Finance weltweit unterwegs, um Unternehmen, Investor*innen und Kund*innen für das Großherzogtum zu gewinnen. Doch von der Finanzkrise bis hin zu den Enthüllungen der Panama Papers geht die Rolle der Organisation weit über die Anwerbung hinaus: Sie muss auch den Ruf des Finanzplatzes verteidigen. Ein Rückblick auf 18 Jahre Werbung, Kontroversen und Finanzdiplomatie.
Luxembourg for Finance (LFF) wurde am 1. Januar 2008 durch ein Gesetz offiziell ins Leben gerufen. Man sollte jedoch nicht glauben, dass LFF ein Kind der sich damals anbahnenden Finanzkrise ist. Die Idee dazu entstand bereits mehrere Jahre zuvor in den Fluren der Bankenvereinigung ABBL. Diese war bereits damals der führende Berufsverband des Finanzplatzes, getragen vom Privatbankensektor, der noch immer die Ersparnisse von Sparer*innen aus den Nachbarländern entgegennahm – vom belgischen Zahnarzt bis hin zu den deutschen BMW (Bäcker*innen, Metzger*innen, Wirt*innen).
"Die ABBL hatte bereits seit dem Jahr 2000 einen Werbeausschuss, in dem die Banker untereinander darüber diskutierten, welche gemeinsamen Anstrengungen sie unternehmen könnten, um den Finanzplatz im Ausland positiver darzustellen", erinnert sich Fernand Grulms, der als Ökonom bei der ABBL tätig war, bevor er der erste CEO von Luxembourg for Finance wurde. "Diese Kommission veröffentlichte anschließend Broschüren und Flyer, während zuvor jeder Akteur seine Unterlagen selbst erstellen musste, die denen der anderen sehr ähnlich waren." Die ABBL stellte zudem eine Website mit dem Titel Luxembourg for Finance online – mit der impliziten Botschaft: "Choose Luxembourg for Finance". Im Jahr 2003 war dann ein weiterer Verband des Finanzplatzes an der Reihe, neue Wege zu beschreiten, um seinen Kundenstamm zu erweitern: Der luxemburgische Verband der Investmentfonds (Alfi) startete Werbetouren im Ausland, um den Finanzplatz und seine Vorzüge bekannt zu machen.
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