Boom der Schrebergärten: "Hier hilft jeder jedem"

Von Camille FratiLex Kleren Für Originaltext auf Französisch umschalten

Während die Mieten steigen und Bauland knapp wird, gedeihen in Luxemburg Gemeinschaftsgärten wie nie zuvor. Die Ligue Gaart an Heem feiert ihr 100-jähriges Bestehen – und verzeichnet mehr Nachfrage nach Parzellen denn je. Ein Besuch zwischen Grünkohl, Erdbeerpflanzen und Nachbarschaftshilfe.

Die Cité Jardinière Op der Ginz, die den Winter über im Schlaf lag und fleißig gegossen wurde, erwacht zu neuem Leben, als das Journal sie Ende April bei strahlendem Sonnenschein besucht. Ein grüner Streifen am Rand des Logopädiezentrums, am Hang oberhalb des Rollingergrunds, gegenüber dem Centre hospitalier de Luxembourg. Auf den Parzellen herrscht reges Treiben: Während einige gerade erst umgegraben wurden, sprießen auf anderen bereits die ersten Pflänzchen aus der Erde.

Agostinhos Parzelle gehört zu den gepflegtesten und üppigsten. Die Stängel der Frühlingszwiebeln recken sich in die Höhe, die Erdbeerpflanzen breiten sich aus und der Grünkohl entfaltet seine breiten Blätter. "Das ist für Caldo Verde", erklärt der erfahrene Gärtner und meint die portugiesische Kohlsuppe. Auf seiner Parzelle "wächst alles von selbst", versichert er bescheiden – auch wenn seine Tomaten wacker gedeihen, ganz ohne Regenschutz.

Ein paar Parzellen weiter hat auch der Portugiese José jeden Quadratzentimeter seines Stücks Land ausgenutzt. Die Zwiebelreihen folgen dem Gefälle, damit das Gießwasser besser wirkt. Plastikflaschen auf Metallstangen flattern und klimpern im Wind – sie sollen die Vögel verscheuchen, die sonst die Saat aus dem Boden picken.

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