Aye Kapitän!

Von Laura TomassiniLex Kleren

Fluch der Karibik Pirat Captain Jack Sparrow, Peter Pan Bösewicht Captain Hook, Jules Vernes Kapitän Nemo: Es gibt sie schon seit ewig, die Geschichten vom Schiffsführer auf hoher See. Wie der Alltag an Bord allerdings wirklich aussieht – und dass er eher wenig mit Uniform und Eisbergen zu tun hat – verrät das Team des Luxemburger Kommissariats für Maritime Angelegenheiten.

Weitab von Wasser und sogar ziemlich hoch über dem Meeresspiegel befindet sich ein Kommissariat, das man so in Luxemburg wohl eher nicht erwartet hätte. Das „Commissariat aux affaires maritimes“ liegt im 6. Stockwerk des Wirtschaftsministeriums und kümmert sich seit 1990 um alles, was mit Schifffahrt in Salzgewässern zu tun hat. Mit Stolz präsentiert Kommissar Robert Biwer das Foto des allerersten Luxemburger Kapitäns, der hier arbeitete: Joël Mathieu. „Heute zählt unser Register insgesamt 215 Schiffe, darunter 210, die unter Luxemburger Flagge fahren“, erklärt Biwer.

Zu den großen Schifffahrtsunternehmen, die sich im Laufe der Zeit in Luxemburg niedergelassen haben, zählen Namen wie „Jan De Nul“ oder „CLdN Cobelfret“ und auch im Kommissariat ist man mit 18 Mitarbeiter*innen, von welchen sechs ihr Metier im Seeverkehr studiert haben und zwei Juristinnen des Seerechts sind, bestens ausgerüstet. Zum Team gehören ebenfalls Jonathan Schmit, Noe Wolter und Bob Koullen. Allesamt Ex-Studenten der Maritim-Akademie „Hogere Zeevaartschool“ in Antwerpen, teilen sich die drei Angestellten nicht nur dieselben Büros, sondern ebenfalls dieselbe Leidenschaft für Schiffe. Als ältester im Bunde kennt Jonathan Schmit die Branche am längsten, denn neun Jahre lang war er als Offizier auf hoher See unterwegs.

Vom Kadett zum Offizier

„Ich wollte von klein auf Kapitän werden“, erinnert sich der 33-Jährige. Bereits als junger Bursche liebte Jonathan die Urlaube mit seinen Eltern am Meer, mit 16 hielt er seinen ersten Bootsführerschein in den Händen, zehn Jahre später waren die Nord- und Irische See sein Revier. Zum Offizierstitel brachten Jonathan ein vierjähriges Studium inklusive einjährigem Master, sowie ein weiteres Jahr Navigation. „Man fängt an als Kadett, also Lehrling auf dem Schiff, bis man seine zwölf Monate abgeschlossen hat und dann zum Junior Offizier wird.“ Zu Beginn tätige man einfach jedwede Arbeit an Bord, anschließend folge man dem zweiten und dritten Offizier auf Schritt und Tritt, um zu helfen und zu lernen.

Die unterschiedlichen Titel unterliegen dabei einer strengen Hierarchie, wie die Mitarbeiter des Kommissariats erklären: „Der dritte Offizier ist zuständig für die Sicherheit an Bord, sprich alles was Safety, Firefighting und Lifesaving betrifft. Dazu kommen Instandhaltung und Inspektion. Der zweite kümmert sich ums Navigieren, die Ausstattung, Karten, Medizin und Reiseplanung. Der erste Offizier steht ganz oben in der Rangordnung, unter sich alles vom Matrosen bis hin zum Koch. Er ist verantwortlich für die Sicherheit von Frachtschiffen, kümmert sich um alles, was mit Frachtoperationen zu tun hat und beaufsichtigt die unteren Offiziere.“

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