Aller guten Dinge sind drei

Von Laura TomassiniMisch Pautsch

„Triplets on Tour“ – der Aufkleber auf Jill Jungels‘ Auto verrät bereits, was einen beim Betreten des Hauses erwartet. Dass Mehrlinge nicht nur in der Erziehung viel fordern, sondern bereits während der Schwangerschaft eine Challenge sind, bezeugen sowohl die Dreifach-Mutter als auch die Meinung vom Facharzt.

Vor acht Jahren kamen Sami, Mia und Mick auf die Welt, per Kaiserschnitt und genau in dieser Reihenfolge. Von ihren neugeborenen Drillingen durften die Eltern allerdings zuerst nur einen kurzen Blick erhaschen, denn in der 31. Schwangerschaftswoche und mit nur 950, respektiv 1.600 Gramm waren die drei Frühchen zu klein und schwach, um ihre ersten Momente in Mamas oder Papas Armen zu verbringen. „Ich witzele immer darüber, dass der Sohn vom Patenonkel meiner Kinder bei der Geburt so viel wog als meine drei zusammen“, meint Jill Jungels, Mama der drei.

Worüber die 42-Jährige heute lachen kann, war damals alles andere als ein Zuckerschlecken, denn die Mutter und ihre Drillinge verbrachten nach der Geburt insgesamt drei Monate im Krankenhaus. „Der Kleinste von ihnen, Sami, hatte nicht genug Platz im Bauch und wurde sofort in die Neonatologie gebracht. Er hatte danach alles, was man sich vorstellen kann: Gelbsucht, Infektionen, einen Leistenbruch, einen Nabelbruch. Ich selber war auch sehr schwach und musste Blut bekommen“, erinnert sich Jill. Auch ihre beiden anderen Kinder, Mick und Mia, mussten in die neonatologische Intensivstation für Neugeborene, konnten jedoch bereits nach etwas über einer Woche aus ihrem Brutkasten heraus in ein normales Bettchen.

Ein lange Zeit unerfüllter Kinderwunsch

Sie selbst saß die ersten Tage im Rollstuhl und konnte nicht alleine zu ihren Kindern, was bei ihr die Anfänge einer postnatalen Depression verursachte. Die Zeit in der Neonatologie war für die frischgebackene Mutter jedoch auch eine lehrreiche, denn die Tipps und Tricks der Krankenschwestern und -pfleger waren für sie Gold wert: „Mir wurde geraten, die drei immer zur gleichen Zeit aufzuwecken, um sie zu stillen, damit ich mehr Schlaf bekommen sollte. Ich habe auch gelernt, wie man das Stillkissen legen muss, damit drei Babys darauf passen.“

Im Mutter-Kind-Zimmer mussten Jill und ihre Kleinen ebenfalls einen ganzen Monat bleiben – üblich ist eine Woche –, da die Drillinge noch Sauerstoff erhielten. Drei Kinder zu bekommen war für die Familie allerdings bereits vor ihrer Geburt ein wahrer Spießrutenlauf, denn ganze neun Jahre hat es gedauert, bis Jill mit 33 endlich schwanger wurde. „Es gab in der Zeit viele Höhen und Tiefen. Die ganzen Hormone, die man vor der In-vitro-Fertilisation einnehmen muss, sind sowohl körperlich, als auch mental eine enorme Belastung“, erklärt Jill. Nach einem ersten gescheiterten Versuch der künstlichen Befruchtung im Labor in Luxemburg wurde sie in eine Spezialklinik nach Trier überwiesen, wo es zwei Anläufe brauchte, bis es mit der Schwangerschaft klappte.

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