Zwei Stunden Normalität

Von Sarah RaparoliMarc Lazzarini

Frauen und ihren Kindern gelang nach traumatischen Erlebnissen die Flucht aus ihrer ukrainischen Heimat. Eine Kita in Luxemburg möchte diesen Menschen ein Stückchen Normalität zurückgeben und ermöglicht ein zwangloses Beisammensein unter dem Namen Ukrainian Coffee Morning. Das Lëtzebuerger Journal besuchte eines dieser Treffen.

Es ist ein grauer Aprilmorgen, als wir vor der Crèche Sunflower Montessori in Findel ankommen. Die Tür öffnet sich und eine Frau führt uns in die Küche der Kita. Sie ist dabei, die letzten Kleinigkeiten vorzubereiten und zeigt auf den Tresen vor uns: diverse Kuchen und Backwaren, bunte Süßigkeiten und leckeres Kribbelwasser – Dinge, die Kinderherzen höherschlagen lassen. Anne gehört zum Team der Sunflower-Montessori-Tagesstätte. Dem Team, das heute wieder alles tun wird, um den Frauen und Kindern, die gleich  ankommen, die nächsten zwei Stunden so angenehm wie nur möglich zu gestalten. Bis dahin sind es noch zehn Minuten und in allen Räumen und Ecken des Gebäudes werden die letzten Vorbereitungen getroffen. Die fröhliche Atmosphäre, die das gesamte Team verbreitet, lässt uns das triste Wetter draußen während unseres Besuches vergessen.

Wir werden in einen großen Raum geführt: Er ist hell und fällt durch seine vielen unterschiedlichen Farbtöne auf. Überall liegen Spielsachen rum. Es ist ein Raum, der mit Spaß und Freude assoziiert wird, ein Raum, der Begeisterung hervorrufen soll. Genau das möchten die Verantwortlichen der Kita bezwecken. Denn die Frauen und Kinder, die an diesem Mittwochmorgen hier eintreffen, haben das Schlimmste hinter sich. Sie sind aus ihrer Heimat geflüchtet, mussten nicht nur all ihre Habseligkeiten, sondern auch ihre Liebsten – Partner, Väter, Geschwister, Familienmitglieder – zurücklassen. Seit dem 24. Februar wird das Leben dieser Frauen und Kinder von einem neuen Alltag dominiert, ein Alltag weit entfernt von dem Land, das für sie noch immer ihre Heimat ist, in dem sie jedoch nicht bleiben konnten.

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