"Wozu überhaupt sparen, wenn man sich kein Eigenheim leisten kann?"
Von Sherley De Deurwaerder, Lex Kleren Für Originaltext auf Englisch umschalten
In Luxemburg werden Geldangelegenheiten zu Hause, in der Schule und im Freundeskreis selten wirklich thematisiert. Unterdessen rücken die alten Gründe zum Sparen, wie zum Beispiel der Kauf eines Eigenheims, für viele junge Erwachsene immer weiter in die Ferne. Warum es wichtiger denn je ist, offen über Geld zu sprechen, und wie wir das Thema Sparen anders angehen können – selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.
Du bist jung und steigst gerade erst in den Arbeitsmarkt ein – wenn du die Möglichkeit hättest, wofür würdest du sparen? Vor 20 Jahren war die Antwort noch ziemlich einfach, wenn nicht sogar stereotyp: erst ein Auto, dann ein Haus. Das waren früher die beiden Meilensteine, die dem Geldsparen einen klaren Sinn gaben. Heute bricht dieser Zusammenhang für eine wachsende Zahl junger Erwachsener zusammen – was wenig mit mangelnder Bereitschaft zu sparen zu tun hat.
Hélène Lange, Leiterin der Geschäftskoordination bei der Association des Banques et Banquiers du Luxembourg (ABBL), bringt das Kernproblem der fehlenden Sparkultur unter jungen Erwachsenen auf den Punkt: "Wir haben festgestellt, dass viele junge Menschen nicht mehr denken: 'Mein Ziel ist es, ein Haus zu kaufen.'" Der Erwerb von Wohneigentum, so sagt sie, sei für alle, die keine familiäre Unterstützung oder keine Ersparnisse haben, strukturell so unerreichbar geworden, dass das Ziel selbst aus dem Blickfeld verschwindet – und damit auch der Grund, sich überhaupt auf langfristiges Sparen einzulassen. "Warum sollte man sparen, wenn man nicht auf die Immobilienleiter kommen kann?"
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