Weihnachten, so wie ihr es feiert

Von Laura TomassiniLex Kleren

Von Gewürzgurken am Weihnachtsbaum über Julenissen bis hin zu Katzen-Brötchen aus einem Hasen-Buch – wer Weihnachten sagt, der sagt auch Traditionen und die fallen in jeder Familie anders aus. Nicht nur an Heiligabend gibt es so manch speziellen Brauch, denn die Vorbereitungen auf das Fest aller Feste beginnen schon in der Adventszeit.

„Die einen spielen mit Playmobil, du spielst halt mit deiner ‚Krëppchen‘“. Mit einem lachenden Auge und einem, das nur so vor Bewunderung funkelt, blickt Cathy Morizet auf das Weihnachtswerk ihrer Mutter: Eine mittelgroße, jedoch beeindruckende Krippe, bestückt mit eigens gesammeltem Moos, passend angeordneter Baumrinde und geschnitzten Figuren aus Holz. Jedes Jahr ist die kleine Installation neben dem originell geschmückten Weihnachtsbaum das Highlight im Wohnzimmer, vor allem an Heiligabend, denn der Einzug des Miniatur-Jesus in seine Wiege läutet offiziell die feierliche Vergabe der Geschenke ein.

„Wir haben das eigentlich schon immer so gemacht, dass die Krippe mit allem Drum und Dran fertig da stand, das Christkind allerdings noch gefehlt hat. Das war dann ganz spannend, vor allem als die Kinder noch klein waren, dann haben alle darauf gewartet, dass sie endlich die Geschenke auspacken durften. Sie sind im Wohnzimmer herumgetollt und -gesprungen und auf einmal lag es dann einfach da“, erklärt Mama Joëlle die Tradition. Den Brauch hat die zweifache Mutter selbst in ihrer Familie eingeführt, denn aus ihrer Kindheit kannte sie das Spielchen nicht.

Deko-Mühe, die sich lohnt

„Meine Eltern haben eigentlich nur selten eine Krippe aufgebaut“, so Joëlle. Doch bereits als kleines Mädchen begleitete sie ihre Großmutter in die Kirchen des Landes, um hier die verschiedenen Krippen zu bestaunen und auch das Modell ihrer Nachbarn erhielt von ihr jeden Advent große Bewunderung. „Ich fand das schon immer wahnsinnig schön, und auch wenn ich mich jedes Jahr darüber ärgere, dass ich wieder mehrere Stunden auf dem Bauch liege, ist es doch jedes Mal wieder eine Begeisterung.“

Während früher die Kinder aus dem Zimmer oder zum Wangenkuss zu Opa geschickt wurden, damit Mama Joëlle das Christkind in die Krippe einfliegen konnte, hatte die Tradition letztes Jahr zum ersten Mal Pause – ganz zum Entsetzen der Familie. Am 24. Dezember dürfen Joseph, Maria und ihre Schäfchen nun also wieder aufatmen, denn dann erscheint ihnen ihr Jesuskind erneut auf magische Joëlle-Art-und-Weise. Auch der Tannenbaum erstrahlt 2021 in seiner vollen Pracht, denn nach anfänglichem Dekoschmuck der Großeltern und anschließendem Gold-und-Blau-Rausch behängen die Äste des Weihnachtsbaumes seit einigen Jahren kleine Schätze aus aller Welt.

Du willst mehr? Hol dir den Zugang.

  • Jahresabo

    185,00 €
    /Jahr
  • Monatsabo

    18,50 €
    /Monat
  • Zukunftsabo für Abonnent*innen im Alter von unter 26 Jahren

    120,00 €
    /Jahr

Du hast bereits ein Konto?

Einloggen