Solidarität im Handel

Von Audrey SomnardLex Kleren Für Originaltext auf Französisch umschalten

Lokal zu essen ist beliebt, aber wenn die kleinen Ladenbesitzer*innen zusammenhalten, ist es noch besser. In Esch hat der Geschäftsführer vom Babbocaffè, Saro Pica, mehrere lokale Akteure zusammengebracht, um „Brunch-Boxen”, die aus eigenen Produkten bestehen, anzubieten. Eine Initiative, die lokale Ladenbesitzer*innen zusammenbringt, die die Krise unbedingt überstehen wollen.

Das Babbocaffè ist nachmittags nur für den Verkauf zum Mitnehmen geöffnet. Auch wenn der Laden nicht leerer wird, bleibt Saro Pica verbittert über die anhaltende Krise: „Ich bin bei 30 bis 35 Prozent meines üblichen Geschäfts. Normalerweise machen die Bar und meine Terrasse 50 Prozent meines Geschäftes aus, da habe ich nachmittags glorreich geöffnet! Aber ich will die Verbindung halten und vor allem zeigen, dass wir da sind”. Voller Tatendrang hatte er die Idee, sich mit den Escher Kaufleuten, mit denen er bereits zusammenarbeitet, zusammenzutun und samstags und sonntags „Brunch-Boxen” zum Mitnehmen anzubieten. Für ihn sei es vorrangig, die lokalen Geschäfte hervorzuheben, die darum kämpfen, die Stadt am Leben zu erhaltenund Produkte von guter Qualität anzubieten: „Das Brot und das Gebäck kommen von Cayotte, ich kaufe normalerweise morgens meine Vorräte bei ihm ein, die Wurstwaren sind von Peporté, der Käse kommt vom Restaurant Postkutsch, der Prosecco ist von Drupi's, er ist mein Bruder! Für Milchprodukte gibt es in Esch keine Molkerei, also kaufe ich sie bei der Molkerei Thiry ein, die die besten Joghurts hat. Die Priorität liegt bei den Escher Händlern, wenn es nicht anders geht, will ich zumindest bei einer lokalen Produktion bleiben”.

Lokale Händler wiederentdecken

Seit der ersten Ausgangssperre hat sich ein regelrechter Hype um lokale Produzenten entwickelt. Dank Hauslieferungen von Obst und Gemüse, die Rückkehr zu den Öfen und Homeoffice wurden lokalen Händler wiederentdeckt oder zumindest ihre Bedeutung berücksichtigt. Die Ankündigung der „Brunch-Box” auf der Facebook-Seite vom Babbocaffè hatte einen kleinen Effekt: „Sie hat 22.000 Views bekommen, ich konnte es nicht glauben! Zum Start hatte ich das Angebot auf 50 Boxen begrenzt, aufgrund der Nachfrage haben wir schnell auf 100 aufgestockt", erklärt der Manager, der binnen drei Wochenenden rund 300 Menschen erreichte. Für’s Wochenende wird bis Donnerstagabend bestellt , dann holt Saro Pica die Ware bei den Einzelhändlern ab, organisiert und bereitet alles vor: „Ich analysiere die Feedbacks, sowohl von den Kunden als auch von den Einzelhändlern”, und er ahnt schon, dass der Überraschungseffekt ausläuft: „Wir sind in einer Gesellschaft, in der alles sehr schnell geht, wir müssen ständig neue Produkte anbieten, weil sich die Kunden sonst langweilen”, deshalb hat er für den Monat Februar schon für jede Woche einen anderen Brunch im Hinterkopf.

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