Nach mehr als 15 Jahren kehrt die Luxembourg Pride in die Hauptstadt zurück. Ein Gespräch mit Sandra Laborier, Direktionsbeauftragte des Rainbow Center, über die Bedeutung der Pride, ungelöste Probleme und die Verantwortung von Politik und Medien.
Strategisch gesehen könnte das Rainbow Center nicht besser liegen: Mitten im Zentrum der Hauptstadt, am Rande des Regierungsviertels und direkt neben einem der Hotspots des Nachtlebens ist es ein zentraler und sichtbarer Begegnungsort, der queere Sichtbarkeit im urbanen Raum stärkt.
Lëtzebuerger Journal: Die Luxembourg Pride findet nach über 15 Jahren erstmals wieder in der Hauptstadt statt. Welche Bedeutung hat diese Rückkehr für die LGBTQIA+-Community?
Sandra Laborier: Ich denke, es ist symbolisch schon stark, wenn eine Pride in einer Hauptstadt stattfindet. Das war auch die Frage, die in den letzten Jahren immer wieder auftauchte, nämlich warum die Pride denn nicht in der Stadt Luxemburg stattfindet.
Das haben wir uns auch immer gefragt.
Die Pride fand in den vergangenen 15 Jahren in Esch statt, weil die Stadt Luxemburg irgendwann nicht mehr sehr offen und unterstützend, und die diesbezügliche Organisation ziemlich kompliziert war. Ich war damals zwar nicht dabei, aber soweit ich gehört habe, war Esch sehr aufgeschlossen und hat die Pride mit offenen Armen empfangen.
Und warum ist ausgerechnet jetzt der richtige Zeitpunkt, die Pride in die Hauptstadt zurückzubringen?
Das hängt damit zusammen, dass die Stadt Luxemburg wieder Interesse an der Pride gezeigt hatte und Rosa Lëtzebuerg den Kontakt aufgenommen hatte. Außerdem ist die Stadt Luxemburg jetzt Teil des Rainbow Cities Network. Das ist ein europäisches Netzwerk für Kommunen, die sich in diesem Bereich engagieren wollen.
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