Opgepikt – Täterätää!

Von Pascal Steinwachs

Taina Bofferding als James Bond (wow!), Pierre Gramegna als interimistischer Zeichnungsbefugter (what?), Xavier Bettel endlich wieder zu Hause (uff!) – und Jean Asselborn sieht rot (huch!). Der satirische Wochenrückblick von und mit Pascal Steinwachs.

Wochenende

Und wieder einmal war Foire agricole, und wieder einmal pilgerten die Vertreter*innen der großherzoglichen Politzunft mehr oder weniger geschlossen auf das Ettelbrücker Deichgelände, sogar diejenigen, die mit Landwirtschaft nichts am Hut haben und eine Kuh nicht von einem Esel unterscheiden können.

Man hätte fast glauben können, in diesem Jahr würde schon gewählt werden, aber bis dahin ist es ja Gott sei Dank (was macht eigentlich der Teufel?) noch lange hin, so dass das mit dem frühen Vogel und dem Wurm von den Politikern und -innen vielleicht einfach nur missverstanden wurde.

Sogar Baby Charles, der Sohnemann von Erbgroßherzogs, der ja auch schon einen Spielplatztest über sich ergehen lassen musste und eine Tournee durch die Altersheime hinter sich hat, fand den Weg auf die Landwirtschaftsmesse, wo er - „dunkle Teddyaugen, rosige Pausbäckchen und ein zuckersüßes Outfit“ - Mensch und Rindviech für sich einzunehmen wusste. Bunte.de war wie immer dabei: „Im Arm von Mama Stéphanie schloss der süße Wonneproppen Bekanntschaft mit einigen kuschligen Vierbeinern. Doch Charles‘ Blick bleibt skeptisch: In Mamas Armen ist es doch am schönsten!“ Glauben wir gern …

Paris Match, das Leib- und Magenblatt von Großherzogs, zeigt sich über so viel Einsatz in so jungen Jahren ebenfalls begeistert: „Le petit prince Charles déjà au service des Luxembourgeois“. Respekt!

Nur ein Wort-Reporter aus dem Norden zeigte sich griesgrämig und fand ein Härchen in der Suppe, da man, um Zugang zum Ausstellungsgelände zu erhalten, entweder geimpft oder genesen sein, respektive einen negativen Corona-Test vorweisen musste. „Alternativ kann man vor Ort einen Schnelltest absolvieren, wobei der Begriff ‚schnell‘ am Freitagmorgen nur bedingt zutraf, musste man doch teilweise bis zu 50 Minuten warten, bevor man die Messe besichtigen konnte.“ Als ob der Wort-Reporter aus dem Norden etwas Besseres zu tun hätte.

Hatte er dann aber tatsächlich, fuhr er doch zur Einlösung seines Corona-Übernachtungsgutscheins über 50 Euro (der, der Gutschein, nicht der Wort-Reporter, müsste bei uns auch noch irgendwo rumliegen) nach Bad Mondorf, wo er dann aber 85 Euro für sein Zimmer zahlen musste, was ihm natürlich wieder einen Anlass zum Meckern und Nörgeln bot. Sein Besuch war dann auch „von schlechtem Wetter und überhöhten Preisen geprägt“, wie er anschließend leicht genervt schrob.

Einigermaßen beeindruckt zeigte sich der sauertöpfische Reporter aus der Ex-Erzbistumszeitung dann aber von der schönen Kirche, allerdings nicht ohne sich die Frage zu stellen, „warum ein so kleines Gotteshaus mit sechs Beichtstühlen ausgestattet ist“, aber die „Heimat von Tourismusminister Lex Delles, wo sich mit dem Casino 2000 die einzige Spielhölle Luxemburgs befindet, scheint seit jeher ein Sündenpfuhl gewesen zu sein“. Für uns übrigens ein guter Grund, der Delles-Metropole demnächst vielleicht auch mal einen Besuch abzustatten …

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