Nur noch kurz die Welt verbessern

Von Sarah RaparoliLex Kleren

Jede*r kennt den typischen Weg ins Berufsleben. Es geht jedoch auch anders. Eine Möglichkeit ist der Freiwilligendienst. Eine junge Frau berichtet von ihren Erfahrungen und erklärt, welche Verantwortung ein solches Engagement mit sich bringt.

Der Freiwilligendienst kann eine Auszeit vom routinierten Alltag bedeuten, neue Möglichkeiten öffnen und einen Perspektivenwechsel mit sich bringen. Im besten Fall wird es eine Erfahrung fürs Leben. So auch bei Aurélie Schroeder. Beim Erzählen ihrer Erlebnisse leuchten ihre Augen durchgehend, ihr Enthusiasmus ist ansteckend. Die 20-Jährige hat im Corona-Jahr 2020 ihr Abschlussexamen erfolgreich bestanden. Für die meisten ihrer Klassenkamerad*innen stand Uni auf dem Programm, Aurélie wusste zu dem Zeitpunkt nicht, wo es für sie hingehen soll oder was sie in Zukunft machen möchte. Wie sie selbst erklärt, habe sie mit der Idee eines Auslandsjahrs jedoch schon immer „geflirtet“, für sie war ein Gap Year also schon länger eine Option.

„Die beste Zeit dafür ist nach der Première und vor der Uni. Du machst ein Jahr Pause und diese Erfahrung nimmt dir niemand mehr weg.“ Über das Nationale Jugendwerk habe sie den Freiwilligendienst und die für sie perfekte Mission entdeckt: sechs Monate in Griechenland, es sollte „etwas mit Tieren“ sein. „Warum ich mich für diese Mission entschieden habe? Ich hatte noch nie eine Wasserschildkröte gesehen und hier in Luxemburg gibt es kein Meer. Also alles, was ich hier in meinem Alltag so nicht habe.“ Während diesen sechs Monate arbeitete Aurélie in einer Art Krankenhaus für Schildkröten. „Nach einer Weile realisierst du, wie wichtig deine Arbeit ist. Du bist dafür verantwortlich, dass die Tiere wieder gesund werden. Man sieht auch weniger schöne Dinge, dem muss man sich bewusst sein.“

Das eigene Leben anders gestalten

Die positiven Erfahrungen würden jedoch überwiegen. „Ich habe eine Schildkröte namens Forest von Anfang bis Schluss begleitet. Ich war Teil aller Etappen ihrer Genesung. Ich habe gesehen, wie sie wieder freigelassen wurde, das war super.“ Es sollte nicht bei diesem einzigen Freiwilligendienst bleiben. „Als ich letzten Februar wieder zu Hause war, habe ich mich schnell gelangweilt. So engagierte ich mich für einen weiteren Monat in einem Heim für Menschen mit Behinderung, die in ihrem Alltag etwas Unterstützung brauchen. Es war schön zu sehen, wie das Arbeiten mit Menschen aussehen kann. Du musst dich natürlich erst an sie gewöhnen und sie auch an dich. Du merkst, dass sie eine Familie sind und plötzlich bist du auch ein Teil davon.“ Nicht selten sei ihr der Abschied abends schwergefallen.

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(On)bekannt - Philippe Berscheid