Mangel auf allen Ebenen

Von Camille FratiLex Kleren Für Originaltext auf Französisch umschalten

Halbleiter, Sonnenblumenöl, Weizen ... Die Liste der Rohstoffe oder Komponenten, die für Hersteller wie Verbraucher*innen knapper werden, wird seit einigen Monaten immer länger. Dabei reicht ein Faktor zur Erklärung nicht aus.

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Die Bilder von leeren oder spärlich gefüllten Regalen tauchen wieder auf unseren Fernsehbildschirmen auf und erinnern an die ersten Wochen des Lockdowns, der im Frühjahr 2020 verhängt wurde, um eine noch nicht vollständig bekannte Covid-19-Pandemie einzudämmen. Diesmal sind es nicht mehr Nudeln und Toilettenpapier, die fehlen, sondern Sonnenblumenöl und Senf. Und vor allem: Die Inflation bewegt sich deutlich weg von der Zwei-Prozent-Marke, der von der Europäischen Zentralbank (EZB) empfohlenen und streng überwachten Obergrenze.

Die Preise für Lebensmittel stiegen zwischen März und April 2022 um 1,3 Prozent. Dieser Anstieg wurde von Fleisch (+2,4 Prozent), frischem Gemüse (+3,7 Prozent), Milchprodukten und Eiern (+1,2 Prozent) sowie Fetten und Ölen (+1,4 Prozent) angetrieben. Im Jahresvergleich stiegen die Preise für diese Lebensmittel um 5,6 Prozent, während die Gesamtinflationsrate um 7 Prozent zunahm. In Luxemburg und seinen europäischen Nachbarn ist dies der höchste Stand seit den 1980er Jahren.

Mehrere Faktoren erklären diesen sehr starken Anstieg, der sich offenbar nicht verlangsamen wird. Im Hintergrund steht ein altes Gesetz der kapitalistischen Wirtschaft: Je knapper ein Produkt ist, desto teurer ist es. Erste Ursache: die Auswirkungen der Gesundheitskrise. „Covid-19 hat einen so genannten doppelten Bullwhip ausgelöst“, erklärt Dr. Benny Mantin, Professor und Direktor des Luxembourg Centre for Logistics and Supply Chain Management (LCL) an der Universität Luxemburg.

Der Bullwhip-Effekt (Peitschenschlag) beschreibt im Logistikjargon den Welleneffekt, den eine kleine Veränderung am Ende einer Lieferkette ‒ auf der Seite von Verbraucher*innen ‒ auf den Rest dieser Kette ausübt. Ein plötzlicher Anstieg der Nachfrage wirkt sich von den Kund*innen zum Hersteller und vom Hersteller zu dessen Zulieferern bis zum Anfang der Lieferkette aus, d. h. auf die Rohstoffe, die zur Herstellung eines Produkts verwendet werden.

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