Mal kurz noch Eier kaufen

Von Laura TomassiniLex Kleren

In der Epicerie Melita wird Familiarität noch großgeschrieben: Seit über 20 Jahren bedient Amelia Gomes hier nicht nur die portugiesischen Kund*innen des Landes, sondern auch Schüler*innen und Bewohner*innen des multikulturellen Garer Viertels.

„Ein italienischer Herr kommt jeden Tag her, um sein Baguette zu kaufen und wartet dann, dass ich aus dem Lager komme, um ihn zu begrüßen. Ich habe viele solcher Kunden, das sind die täglichen Sonnenscheine in meinem Laden.“ Es ist ein lebendiges Viertel, in dem Amelia Gomes seit über 20 Jahren ihre Ware vertreibt. Die heutige Epicerie Melita existiert dabei schon seit über 60 Jahren, denn bevor Amelias Schwiegereltern den kleinen Laden an der Ecke der Rue d’Anvers und der Rue Adolphe Fischer übernahmen, wurde hier von den Bewohner*innen des Bahnhofviertels eingekauft.

„Zu Beginn handelte es sich um einen italienischen Lebensmittelladen. Die Idee ihn mit portugiesischen Produkten weiterzuführen, stammte damals von den Eltern meines Mannes. Ich wollte eigentlich einen Tee-Salon eröffnen, ließ mich dann aber von ihnen mitreißen“, erinnert sich Amelia. Der Name ihres Shops ist eine Hommage an sie selbst, denn von ihren Freund*innen und Bekannten wird die gebürtige Portugiesin liebevoll Melita gerufen. Sechs Jahre lang führte sie den Laden gemeinsam mit der Familie, danach übernahm Amelia selbst das Ruder.

Ein multikulturelles Viertel

An die Anfänge erinnert sich die Kauffrau als sei es gestern gewesen: „Anfangs hatten wir nicht viel Geld und arbeiteten nur mit dem, was schon da war. Die Regale im Geschäft waren alle alt und schmutzig, und als wir sie einmal draußen putzten, kam eine Dame vorbei – aus der Familie Kieffer, die in der Stadt ein Modegeschäft betrieben – und schenkte uns einige von ihren. Das hat mich sehr berührt.“ Amelia liebt das Viertel um ihren 120 Quadratmeter großen Shop herum. Ihre Kinder seien hier zur Schule gegangen, die Leute seien freundlich und es gebe einen bunten Mix an Nationalitäten, die durch ihre Tür kommen. Zu ihnen gehören auch zahlreiche der laut Statistikamt Statec (Stand 2021) 94.300 in Luxemburg ansässigen Portugies*innen, die sowohl in Gemeinden wie der Fels oder Esch/Alzette, als auch im Zentrum von Luxemburg selbst leben.

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