Jusos: Jung, kritisch, unbequem

Von Pascal SteinwachsLex Kleren

Sie sind neu im Amt, und sie haben so einiges vor: Mélissa Antunes de Magalhães und Olivier Cano wollen die JSL aufmischen, ihrer Mutterpartei LSAP auch mal widersprechen, vor allem aber jene Themen anpacken, die über die Zukunft ihrer Generation entscheiden.

Mit 26 und 27 Jahren stehen Mélissa Antunes de Magalhães aus Bissen und Olivier Cano aus Steinsel seit Anfang des Jahres an der Spitze der Luxemburger Jungsozialisten (JSL). Wir treffen die beiden Jungpolitiker in Mersch, und nehmen uns auch Zeit für einen ausführlichen Spaziergang im Merscher Park. Für Mélissa Antunes de Magalhães ist das Gespräch zugleich eine Premiere: Es ist ihr erstes Interview überhaupt.

Natürlich wollen wir wissen, warum sich junge Menschen wie sie überhaupt in der Parteipolitik engagieren, obwohl Sitzungen, Parteitage und politische Arbeit ja viel Zeit kosten und man in dem Alter ja vielleicht anderes zu tun hat. 

Für Mélissa Antunes de Magalhães ist die Antwort einfach: Wer in jungen Jahren bereits gewisse Erfahrungen gemacht und Ungleichheiten erkannt habe, der könne sich entscheiden, etwas dagegen zu unternehmen. Politisches Engagement sei dafür ein guter Weg. Olivier Cano sieht es ähnlich: "Wenn wir uns als junge Menschen nicht selbst für unsere Zukunft interessieren, wer sollte es dann tun?"

Bei Mélissa entwickelte sich dieses Engagement schrittweise. Sie hatte sich bereits ehrenamtlich engagiert, unter anderem in Bissen, und wollte zunächst Kommunalpolitik machen. Durch den Kontakt zu den Jusos sei dann zunehmend der Wunsch entstanden, landesweit aktiv zu werden. 

Auch Olivier beschreibt seinen Weg nicht als einzelnes Schlüsselerlebnis, sondern als schrittweisen Prozess. Angefangen habe alles im Schülerkomitee, später sei das Europäische Jugendparlament hinzugekommen. 

Bei Mélissa spielte dagegen auch eine gewisse Auflehnung eine Rolle. "Ich habe es einfach gehasst, wenn Leute gesagt haben: 'Ihr jungen Leute, ihr wisst ja nichts, und ihr macht nichts.' Das war für mich der Moment, in dem ich mich dagegen aufgelehnt habe."

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