Ein unnötiger Schwesternkrieg für Feministinnen

Von Camille FratiLex Kleren Für Originaltext auf Französisch umschalten

Ein Jahr, nach dem der Nationale Rat der Frauen (Conseil national des femmes) die Nationale Föderation der Frauen (Fédération nationale des femmes) unter der Leitung von Astrid Lulling ausgeschlossen hat, scheint es keine Versöhnung zu geben. In diesem Schwesternkrieg, dessen Ausgang für die feministische Sache nur katastrophal sein kann, muss das Gericht entscheiden.

Der im Dezember 2019 verkündete Ausschluss der Nationalen Föderation der Luxemburger Frauen (FNFL) hatte wie ein Donnerschlag gewirkt. Der Nationale Rat der Luxemburger Frauen (CNFL) verkörpert die Solidarität der Feministinnen unabhängig von ihrer Richtung. Ausschlüsse sind selten - und das bei einem Verein, der älter ist als der CNFL selbst, ist völlig neu.

Die Geschichte ist jedoch noch nicht zu Ende, da die FNFL im Januar 2020 vor das Zivilgericht zog, um die Entscheidung des CNFL anzufechten. Ein Verfahren, das in der Regel langwierig ist und durch die Störungen, denen sich die Justiz aufgrund des Lockdowns im Frühjahr 2020 und der seitherigen Anpassungen durch sanitäre Maßnahmen nicht entziehen konnte, zusätzlich verlangsamt wurde. Die Anwält*innen beider Seiten wurden im Mai aufgefordert, ihre letzten Schriftsätze einzureichen, bevor die 17. Zivilkammer des Luxemburger Landgerichts ihre Entscheidung trifft. Diese wird demnächst erwartet.

Fans von Gerichtsberichten wissen, dass es Fälle gibt, bei denen sowohl Anwält*innen als auch ihre Mandant*innen in der Presse und den sozialen Netzwerken präsent sind. In anderen Fällen zieht es eine Seite vor, für sich zu bleiben und überlässt der anderen das Reden. Aber in manchen Fällen will sich keine der beiden Parteien einmischen und die Anwält*innen halten auf Geheiß ihrer Mandant*innen den Mund. Der No-Comment-Ansatz setzt sich vor allem dann durch, wenn sehr hohe finanzielle Interessen auf dem Spiel stehen. Oder wenn, wie in diesem Fall, nichts Gutes aus dem Ge-richtsverfahren hervorgehen wird.

Was könnte für eine Bewegung, die auf dem Zusammenhalt der Frauen basiert, schwieriger sein, als einen Mitgliedsverband und noch dazu dessen Gründerin auszuschließen? Was könnte empörender sein, als dass einer 91-jährigen Abgeordneten, einer Figur des politischen Feminismus, die Tür vor der Nase zugeschlagen wird? In dieser Geschichte gibt es keine Guten oder Bösen, nur zwei Bewegungen, die eindeutig unvereinbare Richtungen eingeschlagen haben.

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