Die vergessenen Skandale des Finanzplatzes

Von Camille Frati, Lex Kleren Für Originaltext auf Französisch umschalten

Drogengeld, dubiose Banken, geprellte Kund*innen und lokale Duldung: Hinter der Erfolgsgeschichte des Finanzplatzes Luxemburg verbirgt sich eine lange Reihe von Skandalen. Und diejenigen, die darüber berichten wollten, wurden nicht immer freundlich empfangen. Davon berichten die Journalistin Véronique Poujol und der Historiker Benoît Majerus.

IOS, Banco Ambrosiano, BCCI… Investmentfonds und Banken, die für Schlagzeilen sorgten und ihre zwar legalen, aber höchst umstrittenen Praktiken ins internationale Rampenlicht rückten, wobei sie manchmal Tausende von Anleger*innen im Stich ließen und die Drahtzieher*innen der Finanzkonstrukte bereicherten. Es waren auch diese Skandale, die der luxemburgischen Gesellschaft die Praktiken des Finanzplatzes vor Augen führten.

Denn obwohl der Finanzplatz in den 1920er Jahren mit der Gründung der Luxemburger Börse und vor allem dem Holdinggesetz tatsächlich entstand, dauerte es doch mehrere Jahrzehnte, bis die Gesellschaft ihn als einen Wirtschaftszweig anerkannte, der diesen Namen verdient – schon allein deshalb, weil sich die luxemburgische Wirtschaft auf die Stahlindustrie zu beschränken schien, so dominierend war deren Stellung. Eine Entwicklung, die in unserem Podcast flux ausführlich dokumentiert ist. Er zeichnet die Geschichte der luxemburgischen Wirtschaft von 1850 bis heute nach. Dieser Artikel stützt sich übrigens auf einen Teil der in diesem Zusammenhang geführten Interviews.

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