Barista, what else?

Von Laura TomassiniLex Kleren

Sie sind die Meister*innen des Getränks, jene, die aus 0-8-15 das gewisse Etwas machen: Was früher der*die Barkeeper*in in der Disko war, ist heute der*die Barista im Café. Tom Meyer hat sich dem Job an der Kaffeemaschine angenommen und bildet nun in Wien auch andere aus, um die Kunst der Bohne (fast) bis zur Perfektion hin zu beherrschen.

French Press, Bialetti Moka Express, De’Longhi Nespresso – es ist eine wahre Kultur geworden: Das Kaffee-Trinken, und alles, was dazugehört. Die Namen bekannter Maschinen schallen aus peppigen Fernsehspots und begleiten zufrieden lächelnde Gesichter auf Werbeplakaten in XXL – Schauspiel-Ikone George Clooney inklusive. Auch Barista Tom Meyer ist dem Geschmack der gerösteten Bohne verfallen und hat aus seiner Leidenschaft seinen Beruf gemacht. „Ich könnte zehn Stunden lang von Kaffee erzählen“, meint der 30-Jährige mit Begeisterung beim Skype-Interview.

Im Januar 2019 nahm Tom zum ersten Mal aus privatem Interesse an einem Schnupperkurs im wienerischen Vienna Coffee College teil, seither wächst seine Liebe zum Heißgetränk von Tag zu Tag mehr. „Am Anfang meiner Barista-Karriere dachte ich für eine kurze Phase, dass ich alles über Kaffee weiß und habe nur noch ‚guten‘ Kaffee getrunken, so richtig wie ein elitärer Snob. Dann habe ich allerdings gemerkt, wie vielfältig die Welt ist, in die ich da eingetaucht bin, und das hat mir gezeigt, dass ich eigentlich nur wenig darüber weiß“, meint Tom grinsend.

Von Filterkaffee und Flur-Automaten

Wie fast jede*r in Luxemburg, hat auch er während der Premièresexamen die Vorzüge von Kaffee für sich entdeckt, damals jedoch noch unwissend darüber, was Qualität beim Trinken ausmacht. „Zuhause haben wir größtenteils Filterkaffee getrunken, den man bereits in gemahlenem Zustand fertig abgepackt im Supermarkt kauft“, so Tom. „Standard eben.“ An der Uni entdeckte der Student dann die Erzeugnisse von Flur-Automaten, die zwar keiner wirklich gut findet, als Wachmacher jedoch den erwünschten Effekt vollbringen. „Danach, bei meinem ersten Bürojob im Finanzbereich, gab es dann diese großen Kapsel-Maschinen, die eine ganze Etage mit 100 bis 200 Mitarbeitern versorgen sollen.“

In Kontakt mit qualitativ hochwertigerem Kaffee kam Tom schließlich zum ersten Mal in Wien, wo Espresso an der Tagesordnung stand und er seine Studien weiterführen wollte. Beim Nebenjob als Rezeptionist in einem Barbershop durfte der junge Luxemburger nicht nur den Kund*innen von der kleinen hauseigenen Espresso-Maschine servieren, sondern ebenfalls selbst davon kosten. „Das war viel besser als alles, was ich kannte. Viel intensiver vom Geschmack her und extremst spannend“, erinnert sich der 30-Jährige. Er entschied sich im Mai 2019 beim Wiener Rösthaus seinem neuen Hobby nachzugehen und so viel über Kaffee und seine Zubereitung zu lernen, wie nur möglich.

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