Ausgebremst: Die unendliche Geschichte des Gewerbegebiets "Mierscherdall"
Von Christian Block, Lex Kleren
Seit gut zehn Jahren ist das gemeinsame Gewerbegebiet von Mersch, Lorentzweiler und Lintgen im Gespräch. Die Bauarbeiten haben allerdings noch immer nicht begonnen. Bürgermeister Michel Malherbe beklagt mangelnden Rückhalt vom Staat – und spricht selbst eine Warnung an Nachahmer*innen aus.
Als sich Michel Malherbe vor grob einem Jahrzehnt auf den Weg machte, um Grundstücke am Ortsrand seiner Gemeinde zu erwerben, stand das Projekt eines neuen Gewerbegebiets noch unter einem guten Stern. Binnen zwei Jahren, so erzählt es der DP-Bürgermeister von Mersch, habe er den Großteil eines mehr als 30 Hektar umfassenden Areals zusammengehabt. "Ich denke, viele waren überrascht, dass das so schnell ging." Er selbst war es vielleicht auch. Denn gutgläubig meinte er damals: Jetzt können wir endlich loslegen. In Wirklichkeit aber fingen die Probleme erst an.
Als Malherbe uns im Rittersaal des Schlosses empfängt, das heute als Gemeindesitz dient, liegen großformatige Pläne über mehrere Tische verteilt. Sie zeigen: Mersch hat Großes vor. Eine neue Schule, ein Konferenzzentrum, hier ein neuer Sportkomplex, dort ein großes Wohnviertel und, eben, das neue Gewerbegebiet: Projekte, die Malherbe zum Teil schon damals bei seinem Amtsantritt als Bürgermeister im Februar 2016 geerbt hatte, wie er in einem Wort-Interview sagte.
Damit soll das bestehende kommunale Gewerbegebiet, am nördlichen Ortsausgang von Mersch neben der Nordstrooss gelegen, einen noch größeren Bruder erhalten (siehe Karte). Ende 2019 haben die Gemeinden Mersch, Lorentzweiler und Lintgen ihre Zusammenarbeit formell besiegelt und das Gemeindesyndikat ZAMID (Syndicat intercommunal pour la création, l'aménagement, la promotion et l'exploitation de zones d'activités économiques régionales Mierscherdall) ins Leben gerufen. Auf einer Fläche von etwas mehr als 20 Hektar – aus Umweltschutzgründen ist sie über die Jahre geschrumpft – werden die drei Kommunen in Zukunft das Gewerbegebiet "Mierscherdall" betreiben. 1.100 Arbeitsplätze sollen entstehen. Die Frage lautet nur: Wann?
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