Albtraum auf den zweiten Blick

Von Laura TomassiniLex Kleren

Es ist einer der ganz großen Schritte im Leben: der Einzug in die erste Mietwohnung, der Kauf des gemeinsamen Hauses, die offizielle Übergabe der Schlüssel. Der Traum von den eigenen vier Wänden wird mit der Anschaffung einer Immobilie besiegelt, doch wenn unerwartet versteckte Mängel auftreten, kann aus dem Traum schnell ein Albtraum werden.

2018 sollte für Maxime (Name von der Redaktion geändert) und seine Partnerin das Jahr werden, in dem sie ihrem Liebesglück die Kirsche auf das bereits vorhandene Sahnehäubchen aufsetzen würden: Im Mai unterzeichnete das Paar den Kauf ihres neuen Zuhauses, in dem sie irgendwann mit Kindern alt werden wollen. Knapp ein Jahr lang stand das 300 Quadratmeter große Wohngebäude in den Anzeigen lokaler Immobilienagenturen, für rund eine Million ging es schließlich an Lena (Name von der Redaktion geändert) und Maxime. Dass sich hinter dem Deal gleich mehrere versteckte Mängel, also sogenannte „vices cachés“ verstecken würden, hat damals keiner von beiden geahnt.

„Der vorige Besitzer hatte das Haus mit seiner eigenen Firma gebaut und die oberen Stockwerke in zwei Studios unterteilt, die vermietet wurden. Als wir zur Besichtigung dort waren, gefiel uns auf Anhieb alles sehr gut, denn für später konnten wir uns vorstellen, einmal Wohnungen für unsere Kinder im Dachgeschoss einzurichten“, erinnert sich Maxime. Unter dem Dach hatte sich die Tapete zwar aufgrund von Wassereinwirkung bereits etwas gelöst und im zweiten Stockwerk musste ein Durchbruch her, aber die dadurch anfallenden Kosten wollte das Paar in Kauf nehmen, schließlich standen sie in den Räumen ihrer Zukunft.

Hinters Licht geführt

„Der Besitzer versicherte uns, der Dachschaden wäre repariert worden und die Zehnjahresgarantie sei noch zwei weitere Jahre gültig, also hofften wir darauf, dass er uns nicht belügen würde“, so Maxime. Eine Nachfrage beim Notar ergab zwar, dass die Firma des Verkäufers Bankrott gegangen und die Garantie so eigentlich hinfällig geworden war, der gute Kontakt zwischen den Parteien vermittelte den potenziellen Käufern jedoch Sicherheit und so wurde der Kaufvertrag unterzeichnet. Nur ein halbes Jahr später offenbarte sich Maxime und Lena jedoch, dass sie hinters Licht geführt worden waren, denn im Haus versteckten sich gleich mehrere Kostenfallen.

„Im Dezember desselben Jahres gab es ein starkes Gewitter und es lief auf einmal eimerweise Wasser durch die Rahmen unserer Fenster“, berichtet der mittlerweilige Besitzer. Als Maxime hoch zum Dach eilte, um die angeblich reparierte Stelle sicherheitshalber zu kontrollieren, tropfte es auch dort ins Haus hinein und bei näherem Betrachten entdeckte er eine Art Flaum auf den hölzernen Leisten – hier hatte es also ebenfalls schon mal ein Wassereindringen gegeben. „Ich rief den Verkäufer natürlich sofort an, aber dieser beteuerte mir, er hätte damit nie Probleme gehabt und würde sich beim Dachdecker, der die Arbeiten erledigte hatte, erkundigen.“

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