Opgepikt - Atemlos

Par Pascal Steinwachs Changer en allemand pour l'article original

Was ist der diesjährige Sommertrend der It-Girls? Doch hoffentlich keine Hohlkammerplakate. Wer mehr wissen will, der muss jetzt weiterlesen. Der satirische Wochenrückblick von und mit Pascal Steinwachs.

Wochenende

Monatelang schwirrte er von morgens bis abends durch die Luft, nun darf er endlich auch offiziell da sein : der Wahlkampf, nach dem alles anders sein wird. Oder auch nicht. Oder möglicherweise ein klein bisschen.

Pünktlich um Mitternacht stehen die ersten Kandidat*innen dann auch bereits in den Startlöchern, um Land und Leute mit den Plakaten und Wesselmännern von sich selbst oder ihrer jeweiligen politischen Blutgruppe zuzupflastern. Am Anfang, wenn es um das Posten von Fotos oder Filmchen geht, packen die prominenteren Kandidat*innen und Spitzenkandidat*innen in der Regel sogar selbst mit an, späterhin dann nur noch das Fußvolk, in diesem Fall die treuen Parteisoldat*innen, die es sowieso nie auf eine Liste schaffen.

Den CSV-Kandidat*innen Laurent Mosar, Léon Gloden und Diane Adehm ist das mit dem Plakate-Aufhängen indes viel zu öde. Sie fahren lieber nach Köln, um dort bei Schlagerstar Helene Fischer (Atemlos durch die Nacht) gehörig abzufeiern. Danach schaffen sie es sogar noch, natürlich, nachdem sie zuvor kurz geduscht haben, in ihren geliebten Stall auf die Fouer, um dort mit Lorenz Büffel (Trinken ist auch Sport) weiter abzufeiern.

Sowieso hat man den Eindruck, dass der Stall inzwischen die heimliche Wahlkampfzentrale der CSV ist. Sogar CSV-Spitzenkandidat Luc Frieden wurde dort schon mehrmals glückselig lächelnd gesehen.

Die Geburt auf der Fouer haben sie aber Gott sei Dank verpasst, bringt hier doch tatsächlich eine Frau ein Kind zur Welt ! Nein, nicht im Stall, sondern im Schwarzwaldhaus – und weit und breit kein Dr. Brinkmann in Sicht.

Wie später zu erfahren ist, soll die frischgebackene Mutter nichts von ihrer Schwangerschaft gewusst haben. Hm … Der Schaustellerverband möchte der Familie jedenfalls von nun an jedes Jahr Tickets für die Schueberfouer schenken. Wow ! ! Glück muss man haben …

Montag

Das Schaulaufen der Politiker*innen verlagert sich kurzzeitig von der Fouer auf die Braderie. Eigentlich wollen wir uns nur kurz einen Wippchen beim Kaiffer holen, stolpern dann aber über derart viele Parteistände, von denen aus sich die Kandidat*innen gierig auf einen stürzen, wie die Bienen auf den Nektar.

Ob wir schon das Wahlprogramm hätten? Nö, kein Interesse. Zu viele Buchstaben. Stattdessen kommen wir mit Hunderten von Stiften, Schokolinsen und Äpfeln nach Hause.

Früher war irgendwie alles spannender. Da war nicht nur mehr Lametta, sondern da verteilten die Grünen, in diesem Fall déi jonk gréng, vor den Wahlen auch noch Tütchen, auf denen allerlei lustiges Zeugs geschroben stand. Statt No bei dir, Zäit fir eng nei Politik oder Gerechtegkeet mécht den Ënnerscheed hieß es seinerzeit … fir datt Saaft an d'Bengele kënnt an d'Miissercher op ginn !

Was im Tütchen drin war? Keine Ahnung. Vor lauter Rot-im-Gesicht-werden trauten wir uns nicht, das Ding zu öffnen.

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