Balance gibt es bei ihnen nicht, sagen Nausicaa Rouge und Mickael Da Silva selbst. Trotzdem haben die beiden Mitte dreißig ein eigenes Unternehmen aufgebaut, eine zweijährige Tochter – und finden dennoch vier Mal die Woche Zeit für Sport. Wie das geht, hat uns das Gründer-Paar der luxemburgischen Sportmarke Heroismo bei sich zu Hause erzählt.
Als wir die Wohnung im oberen Stockwerk in einem Randbezirk der Hauptstadt betreten, isst Mickael Da Silva noch schnell seinen Teller leer. Zusammen mit seiner Partnerin Nausicaa Rouge war er gerade noch beim CrossFit-Training. Wir haben eine Stunde Zeit, dann muss die Kleine von der Tagesbetreuung abgeholt werden. Wer alles schaffen will, was die beiden schaffen, muss organisiert sein. Ihr Alltag ist durchgetaktet.
Vor zehn Jahren lernen sie sich beim Feiern in einem luxemburgischen Nachtclub kennen. Nausicaa, gebürtige Belgierin, lebt zu dem Zeitpunkt bereits seit zwei Jahren in Luxemburg und arbeitet mit ihrem Master in Politikwissenschaften in der Informatik. "Ein Bereich, der überhaupt nicht meiner war", wie sie selbst sagt. "Ich habe mich damit nicht identifiziert und war mit meinem Leben nicht im Einklang." Mickael, in Luxemburg aufgewachsen, arbeitet nach seinem Wirtschaftsstudium zunächst fünf Jahre als Firmenkundenberater bei einer Bank, später als Immobilienmakler – ein Job, den er noch einige Jahre parallel zur Gründung von Heroismo behält, bis er schließlich ganz in die eigene Firma einsteigt.
"Er war schon damals sportlich, ich machte bereits CrossFit und habe ihn überredet, es auch auszuprobieren. Er wurde sehr, sehr gut darin. Seitdem haben wir es nie mehr aufgegeben." Der Sport, der sie zusammengeschweißt hat, bringt sie auch auf ihre Business-Idee. "Uns fiel auf, dass es ein Problem mit CrossFit-Bekleidung gab: Wir fanden nichts, was wirklich passte." Es sei ein extrem intensiver Sport, bei dem man sich auf den Boden schmeißt, am Seil klettert – "es war sehr schwer, Leggins zu finden, die das alles mitmachen, ohne nach unten zu rutschen oder auszuleiern". Außerdem trainieren viele CrossFitter bis zu sechs Mal in der Woche und müssen ihre Kleidung dementsprechend häufig waschen. "Auf dem Markt gab es nichts, was gut aussah und gleichzeitig hielt", erinnert sich Nausicaa.
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