Verteidigungsmesse in der Stadt der Liebe

Von Philippe Schockweiler Für Originaltext auf Englisch umschalten

Während der Konflikt in der Ukraine noch lange nicht beendet ist, trafen sich vergangene Woche Waffenhersteller, Zulieferer, Militärdelegationen und Politiker*innen aus aller Welt in Paris zur Verteidigungsmesse Eurosatory, um die internationalen Waffenverkäufe in neue Höhen zu treiben.

Villepinte, auf halbem Weg zwischen Paris und dem internationalen Flughafen Roissy-Charles de Gaulle. Das Messezentrum Villepinte/Paris Nord ist mit 240.000 Quadratmetern die größte Messehalle Frankreichs. Einmal im Jahr rollt die Halle den roten Teppich für die größten Rüstungsunternehmen der Welt aus und präsentiert die neuesten militärischen und zivilen Entwicklungen: Eurosatory, eine Verteidigungsmesse in der Stadt der Liebe? Während die Panzer und Hubschrauber die ganze Aufmerksamkeit auf sich ziehen, ist die Messe eine einzigartige Gelegenheit für Journalist*innen, Gesetzgeber*innen, Dienstpersonal und Auftragnehmer*innen, zusammenzukommen und zu diskutieren. In den Gängen des Messegeländes, wo Modelle von Raketen neben Gewehren und Schützenpanzern stehen, wird viel diskutiert. In der Messehalle finden sich aber auch überwiegend kleine Hersteller von Kunststoffteilen, Zelte für Vertriebene, mobile Bäckereien und Küchen zur Versorgung Tausender von Geflüchteten, Stromgeneratoren, Hilfsenergie, Wasseraufbereitungsanlagen und damit viele innovative Wege zur Lösung humanitärer Krisen. Eurosatory ist nicht nur eine Militärmesse, sondern auch der größte „Supermarkt“ der Welt, der Krisen friedlich lösen und Leben retten soll.

Unerwartet offen

Man könnte meinen, dass die Messe unter strenger Geheimhaltung stattfindet, dass Fotos nicht erlaubt sind und dass Journalist*innen nicht willkommen sind. Dies ist nicht der Fall: Die Eurosatory ist überraschend offen, und nur an an einer Handvoll Stände ist es untersagt , Fotos von hochentwickelten Industriegeheimnissen wie Turbinen oder elektronischen Überwachungsgeräten für das Schlachtfeld zu machen. Pressevertreter*innen werden willkommen geheißen und ihnen werden Fragen beantwortet. Wenn ein*e Kampfpilot*in der US-Streitkräfte vorführt, wie die Optik eines Hubschraubers funktioniert, oder ein*e IT-Mitarbeiter*in erklärt, wie integrierte Kampfüberwachungssysteme funktionieren, sind die Antworten auf der Eurosatory für die Pressevertreter*innen zufriedenstellend. Nur selten stoßen die Journalist*innen auf verschlossene Tore. Das Interesse beruht auf Gegenseitigkeit, denn viele Produzenten fragen Kriegsjournalist*innen nach ihren jüngsten Reisen in die Ukraine und nach den Problemen, auf die sie gestoßen sind. Einige Unternehmen für ballistischen Schutz und Telekommunikation werben sogar ganz offen darum, dass Journalist*innen kommen und ihr Material vor Ort testen sollen.

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