Sylvie Porte arbeitet seit fast 30 Jahren in der Pflege. Sie begleitet Menschen mit Demenz, erlebt Familien in schweren Momenten und betreut Menschen bis zum Tod. Ein Gespräch über Nähe, Abschied und das, was uns der Umgang mit dem Lebensende über das Leben selbst beibringt.
"Ich erinnere mich an eine Dame, die auf keinen Fall duschen wollte", erzählt Sylvie Porte. Sie ist seit knapp 30 Jahren Pflegehelferin und arbeitet im Pflegeheim Elysis auf Kirchberg. Die Bewohnerin von damals war dement und konnte nicht kommunizieren. "Über ihre Lebensgeschichte erfuhren wir dann, dass ihr Sohn ertrunken war. Deshalb konnte sie nichts ertragen, was mit Wasser zu tun hatte." Das Beispiel zeigt, warum es für sie und ihre Kolleg*innen essenziell ist, die Lebensgeschichte der Bewohner*innen zu kennen. "Es hilft uns, bestimmte Reaktionen und Verhaltensweisen zu verstehen."
Sylvie Porte wusste schon als kleines Mädchen, dass sie diesen Beruf einmal ergreifen will. Als sie uns in der Cafeteria des Pflegeheims gegenübersitzt und von ihrem Werdegang erzählt, leuchten ihre Augen. Man sieht ihr an, dass ihr Beruf auch ihre Leidenschaft ist. "Meine Tante war schon Pflegehelferin und als ich 12 oder 13 war, nahm sie mich mit zur Arbeit. Ich begleitete sie sogar bei kleinen Nachtschichten. Das hat mich fasziniert, ich fühlte mich davon angezogen." Auch, dass sie mit alten Menschen arbeiten will, wusste sie schon immer. "Sie sind wie Bibliotheken. Die Weitergabe von Wissen und Erfahrung macht mir selbst jetzt, 30 Jahre später, noch immer genauso viel Freude."
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