„Reelle Alternativen“ für Drogenabhängige

Von Christian BlockLex Kleren

Seit April 2020 bietet das Abrigado ein Substitutionsprogramm an. Für Drogenabhängige wird es damit einfacher, ihren Gesundheitszustand zu verbessern oder sogar aus der Szene auszusteigen. Doch dieser Weg bleibt steinig – nicht zuletzt auch wegen der Lage auf dem Wohnungsmarkt.

Reggae-Klänge aus einem Lautsprecher mischen sich unter die Gespräche am Tresen. An den Tischen einzelne Gesichter. Manche sind in Gedanken vertieft, andere verfolgen das Treiben auf der anderen Seite der Theke mit Aufmerksamkeit.

Die Szene spielt sich in einem Café ab, aber nicht in irgend einem. Es ist das Kontakt-Café des Abrigado, an dem an diesem kalten Mittwochnachmittag reger Betrieb herrscht. Einige der Gäste sind vielleicht nur hier, um sich aufzuwärmen oder weil sie Hunger haben. Andere hingegen warten darauf, bis sie an der Reihe sind, um sich mit kostenlos bereitgestellten sterilen Utensilien ihr Rauscherlebnis für die nächsten Stunden zu verschaffen.

Seit 2005 besteht an der Grenze zwischen Bonneweg und dem „Garer Quartier“ das Abrigado, bis zur offiziellen Eröffnung des Contact Esch im Juli 2019 der einzige Drogenkonsumraum in Luxemburg. Auch in der Covid-19-Pandemie blieben die Türen des seit über 15 Jahren bestehenden Provisoriums offen. Es wurden gebrauchte gegen neue Spritzen getauscht, Wunden behandelt oder half die Sozialarbeiterin bei Behördengängen und Administrativem.

Im April 2020 hat das Team des Abrigado indes ein neues Kapitel aufgeschlagen. Mit Unterstützung des nationalen Drogenbeauftragten, des Gesundheitsministeriums, Diensten der „Santé“, der Stadt Luxemburg und Organisationen wie der „Jugend- an Drogenhëllef“ (jdh) oder „Médecins du Monde“ bietet die Einrichtung ein Substitutionsprogramm an.

Die Pläne dafür gab es zwar schon länger. Doch die akute Situation im Lockdown im März 2020 führte dazu, dass plötzlich alles viel schneller ging. Denn durch geschlossene Grenzen, die leeren Straßen und die verstärkte Polizeipräsenz im öffentlichen Raum blieb auch der Drogennachschub in Land zumindest teilweise aus.

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