Kurd*innen suchten Schutz, doch fanden Schrecken in Luxemburg
Von Jang Kapgen, Nael Nassan Für Originaltext auf Englisch umschalten
In Rojava, Syrien, ist ein gewaltsamer Konflikt zwischen der syrischen Armee, den kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräften und bewaffneten Milizen ausgebrochen. 3.150 Kilometer entfernt befinden sich Asylbewerbende mit syrischer Staatsangehörigkeit in Luxemburg in administrativer Unruhe, da die Regierung Sicherheit in dem westasiatischen Land neu bewertet. Das Lëtzebuerger Journal hat mit kurdischen Asylbewerbenden gesprochen.
Nach rund drei Jahren wartet Roj (Name von der Redaktion geändert) immer noch darauf, dass die luxemburgischen Behörden seinen Antrag auf Schutz prüfen. In unserem Interview erzählt er von seinem langwierigen, entmutigenden Leidensweg. Vor einigen Jahren flohen Roj und seine Familie aus ihrer Heimat in Rojava, Syrien, aus Angst, dass er gezwungen werden könnte, für das ehemalige al-Assad-Regime zu kämpfen - ein Regime, das für seine Verbrechen gegen die Menschlichkeit und die Verfolgung von Kurd*innen bekannt ist.
Seine eigenen Kinder und seine Frau begleiteten ihn zwar nicht bis nach Luxemburg und bleiben außerhalb Syriens im Ausland, sind aber finanziell auf ihn angewiesen. Nach einer langen, gefahrvollen Reise ins Großherzogtum sitzt er nun seit Jahren in Luxemburg fest, lebt in großer Armut und weiß nicht, wann sich die Dinge endlich ändern werden. Neben Gutscheinen für das Nötigste und der Unterbringung in einer Flüchtlingsunterkunft erhält er vom Staat weniger als 80 Euro pro Monat. Roj bedauert: "Früher wurde ich gedemütigt und diskriminiert, aber dann ging ich nach Hause zu meiner Familie. In Luxemburg erlebe ich das Gleiche, aber ich gehe nicht nach Hause zurück, sondern in ein Flüchtlingslager ohne meine Kinder und meine Frau". Drei Jahre, in denen er sein Kind nicht gesehen hat, kommen ihm "wie ein Verbrechen, wie eine Strafe" vor.
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