Konserviert für die Nachwelt

Von Christian BlockLex Kleren

Am naturhistorischen Museum fertigt Guillaume Becker Tierpräparate von Arten an, die man sonst nur aus der Distanz zu sehen bekommt – oder die bereits ausgestorben sind. Doch der auch für die Wissenschaft relevante Beruf droht in Zukunft verloren zu gehen.

Der Habicht hat sich auf einem Ast niedergelassen. Von hier aus haben seine rötlichen Augen alles im Blick. Jeden Moment könnte der wendige Greifvogel losfliegen, um seine nächste Beute mit den langen, schwarzen Krallen zu durchbohren.

Zumindest in der Vorstellung seiner Betrachter*innen. Denn die Tiere, die bei Guillaume Becker im Atelier des naturmusée landen, sind tot. Sein Job ist es, Füchsen, Hasen, Eidechsen, Raubwürgern und Co. in einer anderen Form wiederzubeleben . Damit die Besucher*innen des Musée national d’histoire naturelle (mnhn) die Schönheit und Vielfalt jener Tiere in Augenschein nehmen können, die ansonsten beim Geräusch noch so vorsichtiger Schritte die Flucht ergreifen – oder denen man als Spaziergänger*innen ohnehin lieber nicht im Wald begegnen will.

Seit rund zwei Jahren ist Becker als Taxidermist beim naturmusée angestellt. Das Timing sollte sich als Glücksfall herausstellen. Guillaume Becker schätzt, dass etwa drei Viertel seiner Berufskolleg*innen freiberuflich arbeiten und ihre eigenen Ateliers betreiben. Ihre wichtigste Einnahmequelle ist die Jagd. „So gut wie alle privaten Ateliers arbeiten für Jäger“, führt er aus, die dann Jagdtrophäen und zu einem kleinen Teil auch Haustiere präparieren. Andere Auftraggeber sind Museen oder Dekoläden, wenn auch in geringerem Maße.

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