Einmal Mäuschen spielen: Hinter den Türen des großherzoglichen Palasts

Von Lex Kleren

Jeden Sommer öffnet der großherzogliche Palast seine Türen für die Öffentlichkeit. Für unseren Fotografen Lex Kleren hat er sie ein paar Tage früher geöffnet. Unsere Fotoserie gewährt einen Einblick in Räume, die den Rest des Jahres Staatsgästen, Diplomat*innen und der großherzoglichen Familie vorbehalten sind.

Wer in Luxemburg-Stadt über den Krautmaart läuft, sieht eine Renaissance-Fassade, zwei Wachposten und eine geschlossene Tür. Was dahinter liegt, bleibt für die meisten Menschen unsichtbar.

Dass hier überhaupt ein Palast steht, ist nicht selbstverständlich. 1554 schlug ein Blitz in die benachbarte Franziskanerkirche ein, entzündete das dort gelagerte Schießpulver und zerstörte große Teile der Stadt, das damalige Rathaus eingeschlossen. Erst zwanzig Jahre später wurde es wiederaufgebaut, im Stil der flämischen Renaissance. Was als Rathaus begann, wurde zur Präfektur unter Napoleon, dann zum Sitz des niederländischen Gouverneurs, und erst 1890 offiziell zum großherzoglichen Palast, als Luxemburg mit dem Tod des niederländischen Königs seinen eigenen Großherzog bekam.

Heute arbeitet hier Großherzog Guillaume. Die Familie lebt im Schloss Berg. Aber der Palast ist weit mehr als ein Büro. Schon im Treppenhaus wird das klar: Marmorstufen, malachitgrüne Akzente, schmiedeeiserne Geländer. In der Salle des Rois hängen Porträts der großherzoglichen Familie, und im Erdgeschoss steht ein unscheinbarer Stuhl, auf dem die Großherzöge vor dem Parlament vereidigt wurden. Die schmiedeeiserne Balustrade an der Fassade ist seit 1741 dieselbe.

Unsere Fotoserie zeigt, was man von außen nicht sieht: Die stille Eleganz eines Ortes, der für ein kleines Land erstaunlich viel Geschichte in sich trägt.

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